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0014 Am Tor von Asien : vol.1
Am Tor von Asien : vol.1 / Page 14 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000243
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VIII

zeichnungen der Stoffe des Tâq i bustän, und 5 Wiedergaben von Seidenstoffen nach dem Material der Gewebesammlung, darunter der unveröffentlichte Eberstoff Tafel LX. Ferner bringen sie 2 Wandmalereien aus Toyoq Mazar nach den Aquarellen Albert Grünwedels und eine aus Ming Oi bei Oyzyl nach dem Urbild in der Abteilung Albert von Lecoqs im Völkerkunde-museum. /2/ Auch die Silberne Statuette des Meders aus der Vorderasiatischen Abteilung der Museen zu Berlin, Tafel XVI, wird hier zum erstenmale bekannt gemacht. HALIL EDHEM BEY, »zuletzt, doch nicht der letzte meinem Herzen", hat in nie versagender Hilfsbereitschaft mir die Veröffentlichung der Denkmale von Erghili und der Nike von Byzanz, Tfl. XII, XIII, XIV r. und XXXVII gestattet. Allen, deren Güte und Freundschaft ich diese Bereicherungen schulde, sei hiermit aufrichtig gedankt.

So möge dieses Buch hinausgehen, ohne Zeichen seiner Geburtsnöte an sich zu tragen! Und eine Widmung muß ich ihm auf den Weg geben, über die vielleicht die Leser in fernen Zeiten und Ländern einmal nachdenklich werden mögen. »Du, der du später dieses Buch sehen wirst, das ich geschrieben habe, und diese Bilder ... glaube, was von mir gesagt worden ist! Wenn du diese Worte nicht verbirgst, sondern den Menschen verkündest, möge Ahuramazda dein Freund, möge deine Familie zahlreich sein, mögest du lange leben!"

Nach der Rückkehr von meiner ersten Reise in Iran 1906 machte Eduard Meyer mich mit Friedrich Sarre bekannt und vermittelte die gemeinsame Arbeit der 1910 erschienenen Iranischen Felsreliefs. /3/ Was Sarre für die Erforschung der Denkmale Persiens getan hat, brauche ich nicht erst bekanntzumachen. Es war gewißlich nicht die persische Regierung, die Ihm auf 15 Jahre das Betreten persischen Bodens untersagte. Ob sein Name oder der Name derer, die dies Verbot veranlaßten, noch in späten Zeiten mit Persien zusammen genannt werden wird, das wird die Zukunft zeigen. Auch die Aufnahme des Tâq i bustän, des Hauptgegenstandes dieses Buches, hat Sarre begonnen. Was er angefangen hat, habe ich fortgeführt. Seit vielen Jahren, in gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit, auf gemeinsamen Reisen und bei Grabungen, sind unsere Beziehungen immer engere geworden. So lag es nahe, den Namen Sarre auch mit diesem Buche zu verknüpfen.

Vielleicht ist es auch von mir ein Abschiedsgruß an das schöne Land und seine große Vergangenheit. Möchten ihn meine persischen Freunde vernehmen ! So suche ich einen Ausdruck für die Gefühle des Glückes des Entdeckens, des Erlebens der Schönheit und der unendlichen Wehmut, die mich bewegen und finde ihn im Namen, den dieses Buch an seiner Stirne trägt: Frau Maria Sarre, geborene Humann, Shirin i zamän.

Unter ihrem Namen soll dies Buch hinausgehen. Mag man uns allen körperlichen Besitz an diesen Dingen stehlen, mag man unsere Reisen und Forschungen verbieten oder verhindern: wir werden uns diese Länder geistig jeden Tag neu erobern! Das wird uns niemand in der Welt wehren. Und wenn einmal der »erwünschte Tag und die ersehnte Stunde" kommt, wo dies unser ganzes heutiges Geschlecht in Gräbern modert, mit seinem wüsten Hader, seiner eklen Habgier und seinem blinden Haß, — dann werden uns unsere Werke nachfolgen. Sie werden für uns zeugen. Das wird das Gericht sein. Und sonst nichts und niemand.

LINDERHOF, IM JULI 1920.