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0150 Am Tor von Asien : vol.1
Am Tor von Asien : vol.1 / Page 150 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000243
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sasanidischen Stoff getreu abgemalt hat. Die Zahl Sieben der Blätter, gegenüber der Acht des Umhangs der Göttin ist zu beachten : Zahlen sind nie sinnlos im Morgenland.

erinnert dasMuster an Kantenmuster,Gesimszierate der klassischen Baukunst, von denen

  • ~*!'~~•   22. Mondsicheln im Perlenkreis, an den Be-

  • 'v   s rührungsstellen mit gegenständigen drei-

f

   s   lappigen Blüten. Abb. 40. Aufgenähte, mit

Eo\ •s•   Perlen besäumte Stoffstücke auf den Röcken
116 e'

der pfeilreichenden Frauen im Königsboot,

   s~s's   vgl. Tfl. XLIX und FLANDIN pl. 11.

rs o   Dem förmlichen Eindruck nach, abgesehen

i •~   von der Gegenständlichkeit der Mondsichel,

in Anm. 194 eine Anzahl auf morgenländischem Boden gefundener Beispiele zusammengestellt sind. Antike Gesimszierate, Kymatien, sind sicher der Ursprung dieses Musters, das daher auch neben andern Gesimszieraten reihenweis wiederholt in dem Gipsschmuck der Wandsockel von Samarra auftaucht. Die Mondsichel, die hier die kleine Perlen-Corona füllt, hat, erwägt man die Häufigkeit astraler Sinnbilder in diesen Stoffen, gewiß gegenständliche Bedeutung, wie im

Bogenscheitel des Täq i bustän und an den Königskronen.

  1. Enten von wechselndem Richtungsinn in Coronae, Tfl. LXIII o. nach dem Urbild im Völkerkunde-Museum zu Berlin, Wandmalerei aus der „größten Höhle" von Ming Oi bei Qyzyl. vgl. GRONWEDEL 1. C. pg. 78 s, fig. 172, Höhe 45 cm.

Sofern die Farben der Malerei nicht chemische Veränderungen erlitten haben, scheint das Bild wenig farbenreich gewesen zu sein. Nur schwarz, graublau, gelb und weiß scheinen in weberischer Weise miteinander zu wechseln. Die Coronae mit 24 großen weißen Perlen; auf den Berührungspunkten Schließen in Gestalt der erwähnten kleinen Coronae aus 11 bis 14 Perlen, Sternen, um eine gelbe Mondsichel auf blauem oder weißem Grunde herum. /195/. Die Enten stehn auf perlenbesetztem Sockel, statuenhaft, wie die drei Figuren im Bogenfeld der Grotte. Im Schnabel halten sie die Coronae, wie auch der Vogel der Hahnenschüssel SMIRNOFF Tfl. LVI Nr. 90 in der Ermitage, und sonst, anstatt des im übrigen Hellenismus üblichen Blütenzweiges. Bezeichnend ist der Wechsel der Innenzeichnung der Enten : der Leib bald rund geschuppt, bald gerautet, bald gestreift, die trennenden Linien dabei fein gebogt; Hals- und Schwanzfedern und die Schwungfedern der Flügel gegen die sonstige Befiederung abgesetzt durch widernatürliche Perlenbänder. Das ist Weberweise, wie wir sie an Tieren und Pflanzen, an den Blütenkronen der Wandpfeiler, an den Zieraten der verschiedenen Kapitelle nun schon so oft bemerkt haben. Kein anderes Kunstgewerbe als die Weberei wäre auf solche Weisen abwechselnder Stilisierungen verfallen. In den Zwickeln zwischen den Coronae je ein Stengel mit drei runden Blüten, auch das ein ganz echter Zug : ein Gegenstück zu den Lotosblüten mit Knospen und Wurzel der Stoffe Nr. 12 und 19 /196/.

  1. Eberköpfe nach rechts in unverbundenen, perlbesetzten Coronae, Tfl. LXIV nach dem

Abb. 40. Stoff Nr. 22,213 nat. Gr.