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0057 Bilderatlas zur Kunst und Kulturgeschichte Mittel-Asiens : vol.1
Bilderatlas zur Kunst und Kulturgeschichte Mittel-Asiens : vol.1 / Page 57 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000232
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* 53 *

1110110121.Mt   fig. 48.

Messing-Steigbügel der Haussa.   Museum f. Völkerkunde.

fig. 49.

Stele des l'ui-zcika, Statuen-Höhle, Qyzil, ca. 700 n. Chr.(c).

Diese Stele zeigt die alte Form des steifen Harnischs mit großer Deutlichkeit.

Die Rüstung besteht aus einem Harnisch mit ungeheurem hohen geschweiften Kragen, der z. T. ergänzt ist. Das erhaltene

Stück des Kragens zeigt auf seiner Außenseite eine Reihe länglicher vertikal aufgenieteter Plättchen. Sie sind hellgrün bemalt und tragen am hinteren Rande die Köpfe von je 5 Nieten. Ob ähnliche Plättchen auf der Innenseite angebracht waren, läßt sich nicht erkennen.

Die Vorderränder des Wehrkragens nähern sich etwa in Schlüsselbeinhöhe und bilden auf jeder der beiden Seiten der

Panzers einen senkrecht herablaufenden, erhabenen Rand, des

an 7 Stellen durchbohrt ist, um durch hier hindurchgeführte Riemenverschnürungen den Harnisch nach vorn zu schließen.

Diese Verschnürungsrie men sind sämtlich abgebrochen, ihr

früheres Vorhandensein ist noch zu erkennen. Auf der Mitte des erhabenen Randes ist noch eine aufgesetzte, große Schmuck-

rosette erhalten, fünf ähnliche kleinere Rosetten sind abgebrochen; zwei haben oberhalb, drei unterhalb des erhaltenen Stücks gesessen.

Der Harnisch ist durch eine unterhalb der Brust den Körper umgebende, schmale, geflochtene Gürtelschnur (geflochtenes

Leder) in eine obere und eine untere Hälfte geteilt. Der Brust-

harnisch trägt auf jeder Seite eine große Rosette und ist mit Panzerschuppen bedeckt, die indes mit den Spitzen nach oben,

nicht wie sonst allgemein üblich nach unten, angeordnet sind.

Jede Schuppe zeigt, entlang der rechten Seite, je 4 braunrötlich aufgemalte Flecke, die wir für kupferne Nietenköpfe halten.

Die Farbe der Schuppen ist eisengrau, die der Schuppenränder aber schwarz — der linke Rand einer jeden Schuppe war, wie auf der besser erhaltenen Rückseite der Statue gut ersichtlich, durch eine weiße Linie unterstrichen: dies verleiht dem Ganzen einen metallischen Glanz.

Der Unterkörperharnisch ist mit sechseckigen Panzerplättchen besetzt. Sie sind, wie die Plättchen des Wehrkragens, grün bemalt und mit schwarzen Nieten befestigt ; je 6-8 solcher Nieten sind auf der rechten Seite jedes Plättchens angebracht.

Der rechte Arm der Statue ist nachträglich gefunden, aber noch nicht angesetzt worden. Er ist nicht mit einem Panzerärmel,

sondern mit einem bauschigen, roten Stoffärmel bis zum Ellen-

bogen bekleidet. Eine breite grüne Besatzborte bildet hier den Abschluß; darunter ragt noch ein in schöne Falten drapiertes

Stück des weißen Unterkleides hervor. Der Unterarm ist nackt, und weiß bemalt; er ist vom Ellenbogen aus etwas nach innen, und oben gebeugt. Die Hand ist am Gelenk abgebrochen.

Unterhalb der Achselhöhlen sind auf der r. und der 1. Seite, besonders auf dem Rücken, Reste von zu den Schultern aufsteigenden Flechtriemen erhalten; ihr Zweck ist unbekannt.

Trotz der massigen Steifheit, die der Anblick des Panzers gewährt, wird man annehmen müssen, daß wir einen ledernen, mit

aufgenieteten Plättchen und Schuppen versehenen Küraß vor uns haben, der genug Biegsamkeit besaß um ihn wie einen Rock anzuziehen; sonst müßte ein Scharnier oder dergleichen vorhanden sein.

Da die Figur oberhalb der Hüften glatt abschneidet, ist über die Fortsetzung der Bewaffnung nach unten nichts zu sagen.

fig. 48-49

8 LE COQ, Mittelasien

fig. 48

fig. 49