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0037 China : vol.2
China : vol.2 / Page 37 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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terzüge in einer gleichmässig durchgeführten Verwaltung, einer sehr vollkommenen
Anpflanzung des Bodens, einer ausgesprochenen Neigung zu städtischem Zusam-
menleben und einem hochentwickelten Handel bestehen.

Langsam und schrittweise ist die Ausbreitung der Reichsgrenzen vor sich ge-
gangen; noch langsamer ist ihr die Assimilation der Bewohner gefolgt. Wenn
diese in den letzten Jahrhunderten vorangeeilt und, weit über die politische Macht-
sphäre hinaus, andere Völker des östlichen Asien's in ihren stets wachsenden Zau-
berkreis zu ziehen begonnen hat, so ist sie doch innerhalb des Reiches selbst noch
lange nicht vollendet. Eine aufmerksame Betrachtung der heutigen Zustände würde
ein Spiegelbild der allmäligen Ausbreitung der Machtgrenzen geben, indem dort,
wo die Kaiser zuerst regierten, die Verschmelzung am vollkommensten, in den am
spätesten zugewachsenen Landstrichen am weitesten zurückgeblieben ist, und in
einigen Enclaven selbst noch nicht begonnen hat. Zur Zeit des Kaisers Yau, vor
dem Jahr 2000 v. Chr., umfasste das politisch geeingte Gebiet, wie wir in einem
anderen Abschnitt gesehen haben¹), nur eine Reihe von Thälern und Flussebenen
im Norden, deren äusserste Grenzen im Westen und Osten allerdings weit ausein-
ander lagen und in ihrer Anordnung den Weg zu bezeichnen scheinen, auf dem
die culturbringende und zur Herrschaft gelangte Race von Nordwesten her einge-
drungen war und, nach ihrer Festsetzung im Thal des Wei-Flusses, sich von hier
aus, durch die Segnungen des Ackerbaues unterstützt, nach Osten und Südosten
ausgebreitet hatte. Mit einem Fuss in Central-Asien stehend, hatte das den
Oasen entsprungene Volk seinen Schwerpunkt nach der Gegend des jetzigen
Hsi-ngan-fu verlegt, deren reiches Weizenland sich über den Gelben Fluss nach
dem südwestlichen Theil der heutigen Provinz Shansi ausdehnte. Hier residirte der
Kaiser in der Nähe des späteren Ping-yang-fu. Gegen Norden war die Grenze
nicht weit. Aber im Osten dehnte sich das unterworfene Land an den Ufern des
Gelben Flusses, der damals gegen Tien-tsiu floss, abwärts bis in die Gegend des
jetzigen Tshong-ting-fu aus, während andererseits bereits Theile von Shantung, so-
wie die ebenen Landstriche am unteren Yang-tsze und am unteren Hau, den neun
Provinzen einverleibt waren. Selbst isolirte fruchtbare Ebenen, wie diejenigen von
Hau-tshong-fu am Oberlauf des Hau und von Tshong-tu-fu im westlichen Sz'tshwan,
wurden wahrscheinlich als Ackerbau- und Handels-Colonicen, vom Centralsitz
aus regiert. Die zwischen den Ebenen und Thälern, sowie jenseits derselben ge-
legenen Gebirgsländer aber waren theils von tributpflichtigen, theils von gänz-
lich unabhängigen einheimischen Stämmen eingenommen. Selbst in manchen
Ebenen, die in grösserer Entfernung von dem Thal des Wei, aber innerhalb der
neun Provinzen lagen, gehörte, wie es scheint, ein Theil der Bewohner den uran-
sässigen Stämmen an. Unter ihnen lebten, zunächst wol nur in geringer Zahl,
die Colonisten der zur Herrschaft gelangten Race. In der Periode der Dynastien
der Hsia und der Tang (2200—1122 v. Chr.) sahen wir das Gebiet sich verklei-