National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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rakter an. Sie ist ein flacher, theils schlammiger, theils sandiger Strand. Das
Meer in ihrer Nahe hat eine gelbliche Färbung und erhält daher seinen Namen.
An den meisten Stellen selbst für kleine Boote unnahbar, gewährt sie grösseren
Schiffen nur dort Zugang, wo grosse Ströme münden, und auch hier nicht ohne
Ueberwindung von Schwierigkeiten. Ehemals war der wichtigste Hafenplatz un-
weit Hang-tshóu-fu in der breiten Mündung des Tsien-tang-Flusses gelegen¹).
Jetzt gewährt allein die Mündung des Yang-tszĕ-kiang Zugang für Seeschiffe
aller Grössen. Die an einem kleinen, aber tiefen Seitencanal gelegene Stadt
Shanghai ist hier zum grössten Handelsemporium von China gediehen. Gehen wir
von ihr aus an dem fast unnahbaren Strand weiter nördlich, so finden wir ihn
noch einmal von einer eingebuchteten Küste unterbrochen. Es ist dort, wo das
Gebirgsland von Shantung sich in Form einer grossen Halbinsel in das Meer vor-
schiebt. Die Gliederung ist geringer als im Süden; aber es finden sich doch eine
Anzahl grosser, wenngleich meist seichter und schlechter Häfen. Gegenwärtig ist
nur Tshífu von Wichtigkeit. Dieser Halbinsel liegt im Nordosten diejenige von
Liaotung gegenüber, welche jener in Gestalt, Grösse und Charakter ähnlich ist.
Die Inselgruppe Miau-tau bildet eine Brücke von einer zur anderen und gestattet
die Durchfahrt nach dem Inneren Gelben Meer. Letzteres ist eine grosse seichte
Bucht, im Südosten von den beiden gebirgigen Halbinseln begrenzt, im Westen
und zum Theil im Nordwesten von einem ausserordentlich flachen Strand. Nur der
Pai-ho gestattet Schiffen von mittlerem Tiefgang die Einfahrt auf grössere Ent-
fernung. Die andere Hälfte der Nordwestseite ist wiederum hügelig, aber einförmig
und ohne brauchbaren Hafen. Ihr schliesst sich, als nordöstliche Begrenzung, der
flache Strand des Alluvialgebietes des Liau an, welches gewissermaassen eine Fort-
setzung der Grossen Ebene ist und in ferner Zukunft, nach der gänzlichen Aus-
füllung des abgeschlossenen Meerestheiles, mit jener in unmittelbarem Zusammen-
hang stehen wird.
Klimatischer Ueberblick.
Es ist in neuerer Zeit eine solche Fülle von meteorologischem Beobachtungs-
material in Ost-Asien angesammelt worden, dass sich, trotz der immer noch sehr
erheblichen Lückenhaftigkeit und dem ungünstigen Umstand der Lage der meisten
Stationen an Meeresküsten, die allgemeinen klimatischen Verhältnisse überblicken
lassen. Schon vor einigen Jahren brachte Buchan Einiges davon auf seinen be-
rühmten isobarischen Tafeln zur Anschauung, und in neuester Zeit hat Dr. Fritsche
in Peking alles zugängliche Material in einer classischen Abhandlung zusammen-
gestellt und verarbeitet²). Eine ausführliche Behandlung des Gegenstandes in dem
vorliegenden Werk wird dadurch überflüssig gemacht. Indem ich mich auf das
berufe, was ich an einer anderen Stelle über das Klima von Central-Asien gesagt
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