国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0064 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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habe¹), will ich an gegenwärtiger Stelle nur einige erläuternde Bemerkungen in
Betreff China's hinzufügen, um den Boden für die Betrachtung und das Verständ-
niss der klimatischen Bedingungen, unter denen sich die einzelnen in den folgen-
den Capiteln zu behandelnden Landstriche befinden, vorzubereiten.
In äusserst geringer Weise kommen in den westlichen Küstenländern des nord-
pacifischen Oceans die grossen planetarischen Strömungen der Luft vom Aequa-
tor nach den Polen und von diesen nach dem Aequator zur Geltung. Die Ein-
flüsse der ungeheuren Ländermasse des asiatischen Continentes, und insbesondere
seiner abflusslosen Binnengebiete, sind so gewaltig, dass sie, im Verein mit den
Wirkungen der benachbarten Meere und ihrer Strömungen, die klimatischen Be-
dingungen aller um das grosse Innere gelegenen Länder in erster Linie be-
herrschen. Sind Steppen und Wüsten überhaupt in höchstem Maass empfänglich
für die wechselnden Einflüsse der Insolation und Ausstrahlung, für das Aufsteigen
und Auflockern der erhitzten Luft einerseits, das Niedersinken und Verdichten der
erkälteten Luft andererseits, so bewirken diejenigen von Central-Asien durch ihre
grosse Ausdehnung eine ausserordentliche Intensität dieser Vorgänge. Es lassen
sich in den letzteren eine Tagesperiode, die uns hier nicht beschäftigen soll, und
eine Jahresperiode unterscheiden. Das Auflockerungsgebiet tritt im April im nörd-
lichen Indien auf, und indem es der Sonne folgt, geht es allmälig nach Central-
Asien über, wo es seine grösste Ausdehnung, von der turanischen Niederung bis
zur Mantschuri, erreicht, und seine aspirirende Wirkung in höchstem Maass zur
Geltung kommt. Sein Centrum rückt wahrscheinlich bis über den 40sten Breiten-
grad hinauf. Dann geht es zurück, erreicht Indien im Herbst, und verschwindet.
Die Dauer der Erhitzungsperiode in Central-Asien ist auf vier bis fünf Monate,
die in die Zeit vom Mai bis September fallen, zu veranschlagen. Während der-
selben besteht über dem ganzen Gebiet eine beständige Cyklone, d. h. die Luft
strömt von allen Seiten zu, und zwar in Bahnen, welche eine geringe Drehung
nach rechts haben. Daher herrschen im östlichen Asien südliche, südöstliche und
östliche Winde. Entsprechend dem nördlichen Vorrücken des Centrums der Cy-
klone beginnen diese Winde im Süden früher, als im Norden; und da sie, mit
Feuchtigkeit beladen, vom Ocean kommen, so setzt die Regenzeit im Süden zuerst
ein und schreitet allmälig nach Norden fort. In Canton und Shanghai beginnt
sie im April und erreicht ihr erstes Maximum im Mai. Juni und Juli sollten an
beiden Orten die regenreichsten Monate sein, sind es aber nicht, da die Ebene
erhitzt ist, und die darüberstreichende Luft eine Auflockerung erfährt. Die Zeiten
vorher und nachher, nämlich erst April und Mai, und dann August und Septem-
ber, sind hier die Perioden der meisten Niederschläge. In den beiden genannten
dazwischenliegenden Monaten fliesst die Luft über die Ebenen hin und lässt sich
nur durch heftige Gewitter einen Theil ihrer Feuchtigkeit entziehen. Den Rest trägt
sie weiter westlich und verliert ihn in den Gebirgsländern, besonders in Sz'-tshwan,
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