National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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vinz ausser diesem auch noch einen Theil der Grossen Ebene, und zwar einen der
bevölkertsten und fruchtbarsten. Das Gebirgsland ist zwar in allen seinen Thalern
bewohnt und angebaut; aber der wirthschaftliche Schwerpunkt liegt in den zuge-
hörigen, einer ausgezeichneten Berieselung fähigen Randgebieten der Grossen
Ebene. Es ist die letzte Provinz gegen Norden, welche noch den Vortheil eines
ungemein grossen Bodenertrages hat. In dem niederen Hügelland gewinnt man Seide,
in dem höheren die wilde Seide des Eichenspinners. Auch sind dieselben reich an
vortrefflichen Lagerstätten von Steinkohle, welche ausgebeutet werden, sowie an
Eisenerzen, die ihrer Verwerthung warten. Die Bevölkerung ist ein dunkler, hagerer
Menschenschlag, dem Handel weniger ergeben als dem Ackerbau, der Industrie
und dem Landverkehr; sie ist intelligent und gutartig, daher das Reisen in Shan-
tung besonders angenehm ist. Historisch ist die Provinz von grossem Interesse. Im
Osten erhielten sich bis in späte Zeit die Lai-Barbaren, welche mit China in Freund-
schaft lebten. Im Westen lebte und wirkte Confucius, und an den Ort seines
Grabes leben noch heute seine Nachkommen mit dem Herzogstitel.
Nördlich von Honan liegt Shansi, das Land der Kohle und des Eisens, im
Westen und Süden vom Hwang-ho umflossen, grösstentheils von Plateaubildungen
eingenommen, zum Theil aber auch von darüber aufragenden Gebirgsketten durch-
zogen, im Osten durch einen noch diesseits des Gebirgsabfalls gezogenen Zweig
der Grossen Mauer begrenzt, im Norden allmälig in die Steppennatur der Mongolei
übergehend. Eine Reihe grosser Becken, die zur Seite mit Loss, am Boden mit
Ablagerungen von Salzseen erfüllt sind, reihen sich in stufenweiss abnehmender
Höhe von Nord nach Süd und tragen den grössten Theil der Bevölkerung. Das
nördlichste hat beinahe Hochsteppencharakter; das südlichste verschmilzt mit dem
Weizenland des Wei-Thales in Shensi. Die Steinkohlenlagerstatten gehören zu den
bedeutendsten der Welt und sind, wie diejenigen des Eisens, seit Jahrtausenden
in Betrieb. Die Bevölkerung zeichnet sich vor derjenigen aller Provinzen durch
ihr eminentes Handelstalent und den Sinn für grosse Unternehmungen aus. Sie
besitzt die leitenden Bank-Institute durch ganz China und beherrscht den Geld-
markt. Der Handel Central-Asiens, und darüber hinaus, von der Mantschurei bis
Kuldja und Samarkand, ist wesentlich in ihrer Hand. Von Chinesen nehmen
ausserdem nur noch die Eingeborenen von Shensi daran Theil. Rechnende Ver-
standesarbeit ist in der That als der Hauptexportartikel der Provinz zu bezeichnen;
denn der dadurch gewonnene Reichthum kommt immer nach ihr zurück. In neue-
ster Zeit wird die geistige Leistungsfähigkeit gerade von Shansi durch den Genuss
von starkem Opium sehr beeinträchtigt.
Die 18te Provinz, Tchili, besteht in ihrer nördlichen Hälfte aus Gebirgen und
grossen Lössbecken, in der südlichen umfasst sie ein in Folge der historischen
Entwickelung sehr unregelmässig herausgeschnittenes Stück der Grossen Ebene.
Durch diese vermittelt sich ein ziemlich leichter Verkehr auf Strassen zu Lande und
zu Wasser mit dem übrigen China, während die nördlichen Gebiete in Hinsicht
auf natürliche Beschaffenheit, landschaftlichen Charakter und Verkehr den Ueber-
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