National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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setzten diese sich in dem Thal des Liau fest. Der ursprüngliche Wohnsitz der Khitan,
welche von den Chinesen ebenfalls der tungusischen Race zugerechnet werden ¹,
soll am Khulun-bira, einem nördlichen Zufluss des Sungari, unterhalb der Vereinigung
desselben mit dem Nonni, gewesen sein. Jetzt aber hatten sie bereits seit Jahr-
hunderten im Nordwesten, jenseits der heutigen Palisaden, im Stromgebiet des
Sira-murèn und des Lokhan-bira, und nördlich davon, also in einem Theil des alten
Sienpi-Reiches, als ein uncivilisirtes Volk gewohnt. Sie waren abwechselnd im
Krieg mit den Chinesen und ihnen tributpflichtig. Ihre Erhebung fand unter Apao-
khi statt, welcher schon in seinen ersten Regierungsjahren von 901 bis 907 ein
grosses Reich schuf, aber erst im Jahr 925 durch die Eroberung von Pi-hai das
Thal des Liau und den nördlichen Theil von Korea gewann. Er nahm seine Residenz
in Liau-yang und gab seinem Reich und seiner Dynastie den Namen Liau ². Wenn
er eine Schrift, ein Gesetzbuch und verschiedene Culturelemente eingeführt haben
soll, so wird er wahrscheinlich damit nur das Erbtheil der Moho im Thal des
Liau angetreten haben. Denn, wie wir bereits andeuteten, bestand dort auf
dem räumlich beschränkten Boden inmitten uncivilisirter Stämme eine eigenartige
Cultur, deren Träger nur scheinbar mit den Namen der Eroberer wechselten. Hin-
sichtlich der grossen Erfolge Apaokhi's in der Ausdehnung seiner Herrschaft bis
zum Lop-noor und über Theile von China verweise ich auf das, was ich im ersten
Band S. 379 ff. darüber gesagt habe ².
Das Reich der Khitan bestand 218 Jahre, von 907 bis 1125. Seine Herrscher,
welche für kurze Zeit ihre Residenz nach Yen, dem heutigen Peking, verlegten,
nahmen den Kaisertitel an, hatten aber in China niemals grössern Besitz, als Theile
von Tshili und Shansi. Dies reichte hin, um ihnen einen Einfluss auf die Besetzung des
Thrones zu geben, bis im Jahre 960 die Sung ihre Herrschaft begannen. Wie die
Khitan dem stammverwandten Reich Pu-hai ein Ende gemacht hatten, so mussten
sie selbst wieder tungusischen Eindringlingen unterliegen. Dies waren die Nu-tshonu
oder Nu-tshi ³. Sie lebten im 8ten Jahrhundert östlich vom Sungari, an den Nord-
gehängen des Tshang-pai-shan, unweit der Quellen des Ya-lu-kiang, und waren ein
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