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0100 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 100 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

schriftstellerische Thätigkeit bekundet hatte, fand Nahrung auf dem neuen und
unerforschten Boden. Meadows zog Erkundigungen ein und unternahm einige
kleine Ausflüge. Die vollkommene Musse, welche die wenigen Europäer an dem
entlegenen Hafenplatz während der gänzlichen Abgeschlossenheit in den langen
Wintermonaten geniessen, hat manche unter ihnen zum Studium und zu stiller
Arbeit geführt. Ich fand bei ihnen einige der reichsten Privatbibliotheken von
China, und es sind von hier aus nennenswerthe schriftstellerische Leistungen her-
vorgegangen. Meadows selbst hat über seine Reisen in Liautung nur wenige
officielle Berichte geschrieben. Bald jedoch arbeitete neben ihm der kaiserliche
Zollcommissar Herr Macpherson, welcher ebenfalls einige kleine Reisen ausführte
und die Resultate derselben in lichtvollen Berichten niederlegte. Politik und Ge-
schichte waren die Gebiete des Ersteren, Handel und Producte beschäftigten den
Letzteren¹; die eigentliche Landeskunde fand in Beiden keine Vertreter. Schon
vorher hatte Fleming die Erlebnisse eines Rittes geschildert, welchen er im Som-
mer 1861 mit Al. Michie von Tientsin nach Mukden ausgeführt hatte²). Die be-
deutendsten Reisen unternahm der Missionar der schottischen Bibelgesellschaft, Herr
Alex. Williamson von Tshifu. Er hat sie in einer schlichten, vielfache Belehrung
enthaltenden Erzählung niedergelegt³). Die Halbinsel Liautung darf als durch ihn
geöffnet gelten, und ich selbst verdanke ihm meine Anregung zu deren Bereisung.
Nachher ging er von Mukden über Kai-yüen, Kirin, Tsitsikhar nach San-hsing an
der Vereinigung der Khurkha mit dem Sungari, und kehrte über Tsitsikhar, Petuna,
Kwang-tshang-tai und das Thor Fa-ku-münn nach Mukden zurück.
Aus späterer Zeit ist nur noch die Expedition zu erwähnen, welche der gelehrte
und durch vielerlei Forschungen hochverdiente russische Archimandrit Palladius⁴)
in Begleitung eines Topographen im Sommer 1870 auf der grossen Fahrstrasse
von Peking über Mukden, Tsitsikhar und Mergen nach Aikhun am Amur ausführte.
Seine Forschungen lagen wesentlich auf den sprachlichen, ethnographischen und
historischen Gebieten; doch enthält der Bericht einige geographische Beobachtungen,
und auf der ihm beigegebenen Karte des Reiseweges finden sich manche vorher
nicht gekannte Namen von Ortschaften.