National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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ten Ort, einem Dorf von 12 bis 20 Häusern, setzen diese Hügel fort. Es herrschen
rothe Conglomerate mit runden Quarzgeröllен, sehr harte Grauwackengesteine
von allen Farben, feste Quarzsandsteine mit feldspatreichem Bindemittel, endlich
Gesteine, welche man für porphyrische Tuffe zu halten geneigt ist. In der That finden
sich Gesteine vom Charakter des Porphyrits in Menge, was um so auffallender ist,
als ein sehr hohes Alter der Porphite kaum in Frage steht. Im Allgemeinen erinnern
sie an die Gebilde, welche man in den Alpen als Verrucano zusammenfasst. Der
Gesteinswechsel ist bedeutend und rasch, und die Schichten befinden sich in verworrener
Lagerung, wiewol die Streichrichtungen WSW—ONO, W—O, WNW—OSO vorherrschen.
Das Fallen ist Anfangs steil nach Norden, später sanft nach Süden.
Untersinische Sandsteine (Yungning-Sandstein). — Diesem unruhig
gestalteten Kuppelland folgt bald eine offene Gegend. Westlich sieht man das Meer,
östlich die krystallinischen Ketten, vor denen einige porphyrische Hügel aufzusteigen
scheinen; im Süden ferne Berge mit deutlichem Schichtenbau; im Norden die genannten
Kuppeln. In diesem Rahmen breitet sich eine Landschaft aus, deren Typus in lang-
gezogenen, 150 bis 250 Fuss hohen, sanftgerundeten Wellen besteht, die von Ost nach
West herabziehen und durch flache, sandige Thalfurchen von einander getrennt sind.
Die Schichtenstörungen und Durchsetzungen von Porphyrit sind zu Ende. Ein mürber
Sandstein, von rother und tiefer Purpurfarbe, die selten einem Gelb Platz macht,
herrscht allein, in beinahe sohliger Lagerung; nur wenig neigen die Schichten nach Süd.
Die Sandkörner sind von Hirsekorngrösse; neben ihnen finden sich eine Menge kleinerer
und grösserer Gerölle von Quarz, Quarzit und einigen anderen der härtesten und ältesten
Gesteine. Zuweilen treten diese zu Conglomeraten zusammen, doch fehlen sie nicht
in dem feinkornigsten Sandstein. Auf der Höhe sind die Wellen mit feinem Sand und
grobem Quarzkies bedeckt, die man leicht für eine recente Meeresbildung halten könnte.
Doch stehen in jedem Wasserriss die Sandsteine an, aus denen jenes Material, offenbar
durch atmosphärische Einflüsse, entstanden ist.
Der Charakter dieser Gesteine und die Nachbarschaft des Porphyrs, dessen Aus-
brüchen man die färbende rothe Beimengung zuschreiben möchte, sowie auch die fast
ungestörte Lagerung bei so leicht zerstörbarem Material, machten es mir Anfangs wahr-
scheinlich, dass sie einer Reihe in China sehr häufiger und von mir vorher in Shantung
und Tshekiang beobachteter Gebilde angehören, welche in Verbindung mit Porphyren
stehen und jüngeren Alters als die Steinkohlenformation sind. Allein dies erwies sich
als irrthümlich, und es sei schon hier erwähnt, dass sie zweifellos von Cambrischem
Alter sind und den tiefsten Theil einer langen, dieser Epoche angehörenden Schichten-
folge bilden, die in China ungemein entwickelt ist, und von welcher im weiteren Verlauf
der Betrachtung unter dem Namen der Sinischen Formationsreihe vielfach die
Rede sein wird. Wenn der Beweis für ein so hohes Alter der anscheinend jugendlichen
Sandsteine sich auf eine oder zwei Beobachtungsstellen stützte, so könnte die irrige Deutung
einer Ueberschiebung älterer Gebilde auf jüngere vorliegen. Allein ich werde zahlreiche
Fälle anzuführen haben, in denen ich die Lagerung dieser rothen Quarz-Sandsteine sorg-
fältig untersucht habe und ihr relatives Alter zu Schichten mit Primordialfauna mit positiver
Gewissheit feststellen vermochte. In dem in Rede stehenden Becken, welches wir nach
der zerstörten Stadt Yung-ning-kien benennen können, ergibt sich die Wahrscheinlichkeit
eines hohen Alters aus zwei Thatsachen. Erstens fehlt es in den Conglomeraten und Sand-
steinen durchaus an Einschlüssen der in unmittelbarer Nachbarschaft anstehenden unzweifel-
haft Cambrischen Gesteine, und zweitens finden sich die rothen Sandsteine nirgends als
Decke der letzteren, sondern kommen erst unter ihnen wieder (bei Yung-ti-tien, S. 80)
zum Vorschein. Ich werde mich später bei vergleichenden Zusammenstellungen auf diese
Schichten als Yungning-Sandstein beziehen.
Fortsetzung der Untersinischen Schichten (Abtheilung Tungwönn-
Schichten). — Bei dem einzigen Wirthshaus Yung-ti-tien, wo ich übernachtete,
und dem hübschen Dorf Ma-tshong, haben die Sandsteine den gleichen Charakter wie
vorher, sind aber hier besonders stark eisen- und manganhaltig. Dann folgt eine
höhere, nach WNW gerichtete Welle (Fig. 3). An ihrem nördlichen Fuss lagern noch
die Sandsteine, mit flachem südlichem Fallen. Das Gehänge aber wird durch eine
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