National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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charakteristisch steht er bei dem Tempel Lau-Miau
(alter Tempel), 50 li östlich von Wu-hö-shui, an.
Dies sind die Tungwönn-Schichten [S. 73].
c. Eine dritte, noch tiefere Etage ist
ebenfalls durch harte, aber weniger stark ver-
kieselte Kalke charakterisirt. Sie sind nicht
ebenflächig, sondern krummschalig, schollig
zerklüftet, die Schollen durch ein Netz von Kalk-
spathadern fest mit einander verkittet. Die Farbe
ist apfelgrün, und die narbigen, ganz unebenen
Ablösungsflächen sind mit einer grünen
talkigen Substanz erfüllt. Beim Verwittern
bildet dieselbe stark hervortretende Leisten und
Wülste, und das Gestein erhält dadurch ein eigen-
thümlich rauhes, zerhacktes Aussehen. Nur auf
frischen Bruchflächen kann man überhaupt erken-
nen, dass man es mit einem Kalke zu thun
hat. Durch Zurücktreten des Kalkes entstehen
talkige Thonschiefer, die den Schichten-
gruppen in unregelmässigen Intervallen zwischen-
gelagert sind.
2. Die zweite (tiefere) Abtheilung be-
ginnt, in etwas discordanter Unterlagerung, 10 li
westlich von Yung-ti-tien. Sie besteht aus gel-
ben und rothen Sandsteinen von verschie-
denem Korn und verschiedener Dicke der Schichten,
nebst Quarziten und Conglomeraten. Die
Quarzite nehmen nach unten zu und bilden abseits
von der Strasse schroffe Kuppen. Oestlich von
dem genannten Ort steigen sie zu einem Rücken
an und bilden hier ein Gewölbe, das nach Osten
steil (Str. N—S, F. 45—50° O) abfällt. Hier
bestehen die obersten Schichten derselben aus tief
rothen, stark eisenhaltigen Gesteinen, die mit
grossen Quarzkörnern erfüllt sind. Daran lehnt sich
eine andere Formation, welche aus dünnschichtigen,
weichen thonigen Sandsteinen von blassen Farben
und Thonmergeln, meist von grauer Farbe, besteht.
Das Streichen ist erst W—O, dann ONO—WSW,
und schliesslich NW—SO, das Fallen durchwegs
sich von 10 bis 30°. Die Strasse verquert diese
Schichten in einer Mächtigkeit von mindestens
1500 Fuss. Sowie man die Formation betritt,
ändert sich der landschaftliche Charakter. Neben
den schroffsten Quarzhügeln dehnt sich eine
äusserst flache, fruchtbare Mulde aus. Weithin
erstreckt sich das einförmige, wellige Land. Erst
fern im Norden sieht man hohe krystallinische
Ketten, die ihm eine Grenze setzen; niederes,
wahrscheinlich krystallinisches Hügelland erscheint
gegen Süden. Innerhalb der Mulde besteht der
Boden aus den Schichtenköpfen der genannten
Formation. Jeder Wasserriss legt sie bloss; und
da die Strasse in Wasserrissen führt, so kann man
sie an deren Seiten Schicht für Schicht verfolgen.
In einer gegen 300 Fuss aufragenden Welle erreicht
man die liegendsten Schichten. Sie be-
stehen aus Conglomeraten mit Einschlüssen
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