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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0131 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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OCR読み取り結果
der Nachbarschaft Kohlenbergbau getrieben werde, und zwar gegen Osten, in dem Haupt-
thal des Tai-tsze-hô, in welchem bei dem Dorf selbst der Tung-hô von Süden her
mündet. Eine Strasse führt an jenem hinauf nach dem Ort Kün-tshan-mun¹). Die
Richtung, so weit sie hier in Betracht
kommt, ist ONO. Das Thal ist eine re-
gelmässige Schichtungsmulde, so deutlich
wie man es selten sieht. Zu beiden Sei-
ten sind parallele Rücken von 1500 Fuss
Höhe. Die Thalwände, wie es scheint bis
an den Gipfeln, bestehen aus Kalkstein,
der unter Winkeln von 30 bis 60° nach
dem Thal hin synklin einfällt. Es sind die-
selben Kalksteine, die ich am Tag vorher
südlich von Hsiau-sörr gesehen hatte. Die obersten Schichten sind von Bitumen dunkel
gefärbt und führen eine grosse Menge von Versteinerungen, meist Cephalopoden, Gastro-
poden und Crinoïdeen. Doch sind sie nur an den angewitterten Flächen sichtbar, im Innern
des Gesteins kaum zu erkennen, und ich konnte, bis auf Durchschnitte von Orthocereen, welche
Herr Dr. Kayser für typisch untersilurische Formen erklärt, nichts Bestimmbares sammeln.
Aus etwas tieferen Schichten aber kommen Bruchstücke von Kalken herab, welche ungemein
charakteristisch und der Sinischen Formation eigenthümlich sind. Es sind dies, ausser
den bereits früher erwähnten globulitischen Kalken, die Narbenkalke von Saimaki
und gewisse halbkrystallinische dunkelrothbraune Kalke mit lang elliptischen wurmförmigen
Zeichnungen, die ganz regellos angeordnet sind und mir von rund scheibenförmigen Ein-
schlüssen herrühren zu müssen. Das Innere derselben ist grau und von dichter Textur. In
Shantung schleift man Kugeln davon. Ich pflegte dieses Gestein in meinem Tagebuch als
Wurmkalk zu bezeichnen und werde mich auch hier dieses Namens bedienen.
Auf den Kalken lagern zerbröckelnde rothe und graue Mergelschiefer, mürbe,
weissliche Sandsteine und einzeln eingebettete Kalksteinbänke mit Crinoïdeen. In diesem
System findet sich die Kohle. Bei Hsiau-sörr sind alte Halden, deren reihenför-
mige Anordnung auf das Vorhandensein mehrerer Flöze hinweist. Jetzt bearbeitet man
noch einige Gruben in 15 li Entfernung, bei Tsüen-shui-hô. Die Kohle wird in kleinen
muscheligen Stücken von unebenem Bruch gewonnen, hat geringes specifisches Gewicht,
glänzt lebhaft auf den klüftigen Flächen, brennt mit russender Flamme, backt und cokt.
Auf der Grube kostet sie 160 tsien der Picul (9 Mark die Tonne. Ein Theil wird
nach Liau-yang geflösst, wo sie für 400 tsien der Picul (22½ Mark die Tonne) verkauft
werden soll, und sie kommt selbst bis nach Ying-tsze. Der grösste Theil jedoch wird an
Ort und Stelle zu Coke gebrannt und zum Eisenschmelzen verwendet. Es kommen
in den kohlenführenden Schichten braune und rothe thonige Eisensteine vor. Doch
werden diese nicht verschmolzen, da sich die Chinesen hier nicht darauf verstehen;
sondern man verwendet den Magnet-Eisenstein, dessen Vorkommen ich eben beschrieben
habe, und der noch an anderen Orten gefunden wird. Das Schmelzwerk ist in Hsiau-
sörr. Dort befindet sich auch ein Eisenvitriolwerk, in welchem Eisenkies aus den Koh-
lengruben verarbeitet wird. Es ist ähnlich eingerichtet wie dasjenige von Po-shan-hsien
in Shantung, und da die Bewohner von Liau-tung meist Einwanderer aus dieser Provinz
sind, so ist es wahrscheinlich, dass die hüttenmännischen Kenntnisse und Erfahrungen von
dort stammen.
Das Tai-tszê-Thal. — Die Strasse folgt von jetzt an auf einige Erstreckung
wesentlich dem Tai-tszê-Thal abwärts. Doch wird dasselbe unterhalb Hsiau-sörr von
der Fortsetzung der beschriebenen Kalkstein-Mulde so eingeengt, dass sie zunächst einen
Umweg machen muss und auf dem rechten Ufer nach einem Gebirgspass, dem Ta-ling,
hinaufführt. Das Studium der Schichtfolge in dieser Strecke ist künftigen Besuchern
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