National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Lagerungsverhältnisse sind einfach. Es folgen von unten nach oben:
1) Kalkstein. Die Farbe ist an der Oberfläche weisslich, auf der Bruchfläche
leberbraun und hellgrau, der Bruch splittrig. Versteinerungen werden nur durch
Auswitterung erkennbar, und zwar Crinoidenstiele und Schnecken. Hornstein
kommt nicht vor.
2) Gelber Dolomit.
3) Rothe sandige Mergelschiefer, darüber gelbe, braune und schwarze
Schiefer, die mit braunen, mürben Sandsteinen wechseln.
4) Schwarze, kohlenführende Schiefer, 150 Fuss mächtig und 5 oder 6 Flöze
führend. Zwischen den Flözen sind die Schiefer sandig und führen Pflanzen-
stengel.
5) Weisse und röthliche mürbe Sandsteine.
6) Eine feste Bank von rothem Sandstein, der mit Quarzkieseln erfüllt ist und ein
Conglomerat genannt werden kann, bildet die Kappe des Berges.
7) Einer etwas späteren Zeit gehören wahrscheinlich die Porphyrausbrüche
und die Conglomerate von eckigen Porphyrbruchstücken an, welche weiter süd-
lich auftreten.
Dieses ganze Schichtensystem streicht OSO—WNW und fällt 15—20° SSW. Der Kalk
und die Kohlenschichten scheinen daher nur verschiedenen Phasen derselben Ablagerungs-
periode anzugehören. Ihre petrographische und stratigraphische Analogie mit später zu
erwähnenden Vorkommen machte es mir zur Gewissheit, dass der Kalkstein dem Berg-
kalk entspricht und die darüber lagernden Schichten wirkliche Steinkohlenfor-
mation sind. Letzteres wurde durch Prof. Schenk's Bestimmungen der wenigen von
mir mitgebrachten Pflanzen bewiesen.
Aus dem Profil Fig. 30 ist ersichtlich, dass die Kohlenflöze am Abhang oberhalb Pönn-
hsi-hu ausbeissen. Man verfolgte sie mit geneigten Schächten, und so entstanden die heutigen
Gruben. Aus den Etagen, in denen die Reihen derselben angeordnet sind, schloss ich, dass
fünf bis sechs Flöze vorhanden seien. Ueber diesen Punkt kann der Chinese niemals Aus-
kunft geben. Die Mächtigkeit der Flöze wurde mir übereinstimmend zu 1½ bis 2 Fuss
angegeben. Jedenfalls ist sie nicht bedeutend, wie sich aus den grossen Massen von
Schiefer ergibt, welche beim Abbau gefördert werden müssen. Ich konnte keine Grube
selbst befahren, da jetzt die Arbeiter für die Landwirthschaft in Anspruch genommen
waren und keine Förderung stattfand¹). Eine bemerkenswerthe Thatsache, die mir von
vielen Seiten in gleicher Weise mitgetheilt wurde, ist, dass auf allen Gruben in einer
gewissen Entfernung die ich nicht näher erfahren konnte, vom Eingang die Kohle
schlammig wird und die Flöze ihr Ende erreichen. Dies scheint auf das Vorhandensein
einer dem Abhang parallelen Verwerfungskluft hinzudeuten.
Die Kohle ist klüftig und kommt daher meist in kleinen muschligen Stücken
oder als Staubkohle aus der Grube. Sie ist so mürbe, dass sie durch den Druck des
Fingers zerbrückelt, wobei sie stark schmutzt. Doch lässt sich erkennen, dass sie etwas
schieferig ist, indem dünne Striche von Glanzkohle mit Grobkohle wechseln, und dass
sie einen unebenen Bruch hat. Beim Brennen erweist sie sich als eine stark russende
Backkohle, und sie wird daher zur Bereitung von Coke verwendet. Doch ist dieser sehr
unrein, da wegen der geringen Mächtigkeit der Flöze und der Brüchigkeit kleine Schiefer-
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