国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0137 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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einen längeren, von WSW nach ONO streichenden Hohenzug bildet. Man sieht ihn
deutlich auf grünen krystallinischen Schiefern aufgelagert. Die herrschenden unter den
metamorphischen Gesteinen südlich und nördlich vom Pass sind: schwarzer Quartzit,
welcher W—O streicht und 60° S fällt, und Hornblendeschiefer in sehr mächtigen
Complexen. Gänge und Gangmassen von Diorit und Hyperit setzen in beiden Ge-
steinen häufig auf. Eine Unterbrechung in dem gleichförmigen Wechsel bildet das Auf-
treten eines gelben Quartzites 8 li nördlich vom Pass. Derselbe streicht NW—SO
und fällt nur 8° SW. Er ist vielfach von klein- und grobkörnigen Abänderungen des
am Pass auftretenden Granites durchsetzt. Etwas weiter hin folgen einige isolirte Auf-
lagerungen von Kalkstein mit steil aufgerichteten Schichten. Ein ungefähr 800 Fuss über
der welligen Fläche aufragender Berg zur Rechten, an welchem sich viele Kalkbrennereien
befinden, zeigt die Auflagerung deutlich (Str. NNO—SSW, F. 50° WNW). Ich ging
nicht an ihn heran, sah aber gehauene Blöcke, welche auf Wagen fortgeführt wurden.
Sie waren globulitischer Sinischer Kalk, das gesuchte Material für Quaderbau.
Wahrscheinlich bestehen alle Kalkkuppen aus demselben Gestein. Weiterhin behaupten
wieder Quarz und Granit allein das Feld.
Dieses gesammte Land ist flachhhügelig, in unregelmässiger Anordnung. Die Strasse
kommt von ihm hinab in das Alluvium eines kleinen Thales und übersetzt dann noch
einen niederen Rücken, dessen Oberfläche aus westöstlich angeordneten Wellen besteht.
Der Charakter ist ähnlich wie in den Landschaften an der Südküste. Wie dort, sind
verwitterte Schiefer und Granit das Material. Die Wellen werden niedriger, mehr und
mehr mit Dammerde bedeckt, welche die Gesteine verhüllt, und bald schweift der Blick
über die Ebene. Das ganze Land von Pönn-hsi-hu an ist eine reizlose Gegend. Die
Bevölkerung ist sehr spärlich und lebt in wenigen kleinen Weilern zerstreut. Nur an
diesen Stellen sieht man einige Bäume. Sonst ist Alles kahl. Ueberdies hatte anhal-
tende Dürre die Feldfrüchte zurückgehalten, und dies vermehrte die Oede des Anblicks.
Eine breite Terrasse von sandigem Lehm trennt das Wellenland von dem Alluvial-
boden des Liau. Sie fällt nach diesem 15 Fuss hoch schroff ab. Wenn man das
Thal überblickt, so ist das Auffälligste in ihm eine Anzahl isolirter spitzer Kegel, welche
bereits von früheren Beobachtern richtig als Vulcane gedeutet worden sind. Schon aus
grosser Ferne erspäht man mit Vergnügen die Thürme auf den Umfassungsmauern von
Mukden. Ich verbrachte drei Tage in der interessanten alten Hauptstadt der Mantschurei.
Übersicht der in Liau-tung auftretenden Formationen.
Ueberblicken wir nach dieser Rundreise von 1507 li oder 432 g. M., welche
uns durch fast unaufhörliches und in vorzüglichster Weise aufgeschlossenes Gebirgs-
land geführt hat, noch einmal die am Wege beobachteten Formationen nach ihrer
Altersfolge, so lassen sich die folgenden Gruppen unterscheiden:
1) Gneiss und Gneissgranit. Sie gehen in einander über und lassen sich
nicht trennen. Die Gesammtmächtigkeit würde sich, wenn man sie festsetzten
könnte, als ausserordentlich gross erweisen. Hervorzuheben sind:
(1) Gneiss der Westküste und wahrscheinlich der hohen Gebirgszüge, welche
über ihr aufragen. Er ist ein typischer Glimmergneiss, meist von weisslich-
grauen, seltener von röthlichen Färbungen. Gewöhnlich hat er ein
gleichmässiges, ziemlich feines Korn. Orthoklas ist der vorherrschende
Gemengtheil. Seine mit Quarz und Oligoklas gemengten Lagen werden
durch dünne Lamellen eines tombakbraunen bis schwärzlichen Glimmers
von einander getrennt. Weisser Glimmer ist selten, und der Quarz ist
oft nur sparsam vorhanden. Nicht immer sind die Glimmerlagen so
regelmässig fortlaufend, dass dadurch ein vollkommen schieferiges Gefüge
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