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0149 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 149 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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einer näheren Untersuchung ein. Allein die Strassen waren unergründlich, und strecken-
weise mit wahren Seen bedeckt, so dass das Fortkommen zu Wagen unbeschreiblich
mühselig und langsam war. Zwar bot sich dadurch gute Gelegenheit zur Besichtigung
der in der Nähe des Weges liegenden Hügel, aber weitere Ausflüge musste ich mir mit
Widerstreben versagen, da sie zu zeitraubend gewesen wären. Alles was ich über die
genannte Strecke mitzutheilen vermag, beschränkt sich daher auf eine trockene, dem
Tagebuch entnommene Darstellung des Beobachteten, zum Beleg für die Karte und zum
Anhalt für solche spätere Reisende, denen mehr Musse vergönnt sein sollte.

Neben dem Gegensatz zwischen Ebene und Hügelland macht noch ein Unterschied
sich geltend, sowie man den Ta-Ling-hö überschritten hat. Denn hier beginnt das
Gebiet der kaiserlichen Weidelander für die Pferde der Mantschu-Truppen; daher sind
die für Ansiedlung und Ackerbau privilegirten Bodenflächen sporadisch und beschränkt.
Zuerst kommt man über grasbedecktes Wellenland von Gneiss und Granit. Doch
bald treten chloritische und talkige Schiefer auf, die man als Chloritgneiss und
Talkgneiss bezeichnen kann. Sie setzen fort bis zur Thalebene des Hsiau-Ling-hö.

Hier steht die Stadt Kin-tshóu-fu. Die Stadtmauer und das Gemäuer der Gebäude
bilden eine wahre Musterkarte der für die Bewohner am leichtesten erreichbaren Gesteine.
Die Hauptrolle spielen Porphyre und porphyrische Tuffgesteine. Unter ihnen kommen
häufig und in vielen Abänderungen Sphärolitgesteine mit felsitischer Grundmasse vor.
Ferner finden sich verschiedene Arten krystallinischer Schiefer, Granit, krystallinischer
und unveränderter Kalkstein.

In der Nähe der Stadt sind Kohlengruben. Der Zeitverlust, mit dem ein Aus-
flug dorthin verbunden gewesen wäre, und die schlechte Qualität der Kohle hielten mich
von dem Besuch derselben ab. Wahrscheinlich wurde die Excursion von geringem prak-
tischem, aber hohem geologischem Interesse sein. Als Hauptorte wurden mir bezeichnet:
Tshi-mo-hwa-hou, Nai-ying-tzŭ und Pui-ying-tzŭ, alle drei ungefähr 100 li nördlich
von Kin-tshóu, ausserhalb der Pallisaden, und eine halbe Tagesreise westlich vom Ta-Ling-hö
gelegen. Von geringerer Bedeutung sollen Hung-li-hsiang, 40 li NW von Kin-tshóu, sowie
die nahe dabei gelegenen Orte Hsiau-hwang-tiau-r und Ta-hwang-tiau-r, sein. Von dort
kommt eine zerfallende Glanzkohle, welche nicht okt, nach Kin-tshóu. Hier kostet sie
350 tsien, auf der Grube 216 tsien für 100 kin (M. 10,00 und 12 die Tonne), was
auf eine ziemlich schwierige Förderung deutet. Die Kohle ist nur für localen Consum
verwendbar; denn der Hsiau-Ling-hö ist gar nicht, der Ta-Ling-hö nur für kleine Boote
schiffbar, und Tien-tso-tshang, der 60 li entfernte Hafen von Kin-tshóu, ist von hier
aus nur zu Land zugänglich. Selbst dort können nur kleine Fahrzeuge landen.

Nachdem man in der Ebene des Hsiau-Ling-hö und eines Zuflusses desselben über-
schritten hat, folgt wieder Weideland: eine grasbedeckte hügelige Einöde. Hier beginnt tief
zersetzter, aber in seiner Textur und Zusammensetzung vollkommen erhaltener Granit, wie
wir ihn schon von dem südlichen Liaitung kennen und in der Gegend zwischen Hwang-
hsien und Tshifu in Shantung wiederfinden werden. Wie dort, ist er von Gängen
von Quarz und Pegmatit durchsetzt, und zwar werden die ersteren von letz-
teren überall scharf gegen den stark verwitterten Granit ab. Der Pegmatit zeichnet
sich durch seine grossen fleischrothen Orthoklasskrystalle aus, deren glänzende Flächen
bis einen Fuss Durchmesser haben. Der Quarz ist in groben Massen beigemengst und
concentrirt sich gegen die Mitte jedes Ganges. Im Allgemeinen erfüllt er die Räume
zwischen den vollkommener ausgebildeten Krystallen des Feldspaths; doch durchzieht er
die letzteren nicht selten in Verzweigungen, die von kleinen Blättchen tombakbraunen
Glimmers begleitet sind. Die Mächtigkeit der Pegmatit-Gänge variirt von der Breite
eines Bindfadens bis zu mehreren Fuss. Oft finden sich Verdickungen, von denen, wie
von einem Knotenpunkt, mehrere Gänge ausstrahlen. Die Quarzgänge, denen die
Streichrichtung N 20° W eigenthümlich ist, sind selten rein, sondern haben gewöhnlich
etwas Feldspath beigemengst. Die Zahl der Gänge von beiden Arten ist unglaublich
gross; oft sind sie dichtgedrängt; nirgends fehlen sie. In Shantung und Liaitung nehm
Wellen Theil. Hier, in Liau-hsi, herrscht Granit, welcher wahrscheinlich zur Gruppe der
Korea-Granite gehört, fast ausschliesslich von Kin-tshóu-fu bis Shan-hai-kwan. Allenthalben
umschliesst er in beträchtlicher Zahl kleine und grosse Stöcke und Massen eines grünbraun

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