National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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einer Gneisszone der Fall, in die man bald kommt, und welche zugleich die Region
reicher, sehr berühmter Obstgärten ist. Der Gneiss ist petrographisch äusserst wechsel-
voll und wird von einem Netz von Granitgängen durchzogen. Besonders drängen sich
die letzteren zwischen die NNO—SSW streichenden und steil westlich fallenden Schichten
ein, so dass man zuweilen die Alternative zu haben glaubt, sie als Lagergänge oder
als nichtschiefetige Modificationen des Gneiss zu betrachten; allein sie verzweigen sich
auch quer hinein in die Schichten des letzteren und durchsetzen sie unter verschiedenen
Winkeln. Ich beobachtete häufige Verwerfungen, rechtwinklig zu der Verfläching, bei
denen stets der nördliche Theil um einige Fuss nach Osten vorgeschoben ist. Die Fort-
setzungen der einzelnen Schichten lassen sich deutlich jenseits der Spalte verfolgen. Die
Pegmatitgänge sind auch hier vorhanden und durchschneiden die Gangnetze des Granites,
als ob dieselben kein Hinderniss für die Aufspaltung geboten hätten.
Bei dem Dorf Ling-tszi beginnt Kalkstein, der einen kleinen Hügelstreif bildet.
Die Lagerung ist unregelmässig; doch herrschen südliche und westliche Fallrichtungen.
Es sind die Sinischen Kalke, wie in Shantung und Liaitung. Besonders mächtig werden
hier die »Wurmkalke« (s. oben S. 99), die ebenso in der Farbe, als in Gestalt und Grösse
der Einschlüsse wechseln. Sie liegen zu oberst; darunter folgen graue Mergel, plattige
Kalke, rothe Mergel etc., aber keine hornsteinführenden Kalke. In den Schichten setzen
Gänge eines basischen Eruptivgesteins von 3 bis 5 Fuss Mächtigkeit auf, das jedoch
keine merkliche Contactwirkung ausgeübt hat. Shi-mönn-tsai d. i. »innerhalb des Stein-
thores« ist ein armseliger Marktflecken in der Nähe eines kleinen Thores (Kiu-mönn) in
der grossen Mauer. Die Lage ist pittoresk; denn wie im Osten die Wände des Kiau-
shan aufsteigen, so erhebt sich im Norden der Tsing-shu-shan, welcher 5000 Fuss Höhe
erreichen dürfte. Er ist ein breites, von Osten und Westen allmälig aufsteigendes Mas-
siv; aber seine Profillinie zeigt viele kleine Thürme, Säulen und Spitzen, und ist durch
schroffe Abstürze unterbrochen. An einzelnen Rücken, die sich weit herabziehen, konnte
ich später die Reliefformen deutlich erkennen. Sie sind ganz analog denen des nörd-
lichen Theiles des Kiau-shan, so dass der Schluss auf eine porphyrische Zusammen-
setzung gerechtfertigt ist.
Die Kohlengruben liegen 10 li NNW vom Ort. Der Weg dahin führt immer noch
über die Sinischen Kalke, von wegen südlicher, von NW nach SO streichenden
Dioritgängen durchsetzt werden. Damit sind bedeutende Verwerfungen verbunden, so
dass die Gesteinsfolge ganz regellos ist. Während im Dorf die Globiliitkalke herrschen,
kommen nachher gelbe dünnschichtige Mergel und Kalke, die schieferig werden und in
dünnen Abtheilungen mit Wurmkalk wechseln. Der letztere findet sich weiterhin in
Zwischenlagen dickschichtiger weissadriger Kalke. Seine Einschlüsse sind zum Theil sehr
klein, erreichen aber auch Faustgrösse.
Die Auflagerung der kohlenführenden Schichten ist verdeckt. Bald treten
sie allein hervor. Sie bestehen aus 1) Sandstein, schwarzen Schiefern und braunen
Thonen und sind durch eine Reihe alter Halden bezeichnet. Hier wird jedoch kein
Bergbau mehr getrieben. Im Weitergehen folgen, offenbar nur wenig über der Kohle,
mit 15° West-Fallen:
2) Schwarzer bröckeliger Kieselschiefer mit Thoneisenstein . . . . . . 20 Fuss.
3) Gelbe eisenhaltige Mergel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 »
4) Kieselschiefer, wie 2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 »
5) Rothe, glimmerige sandige Mergelschiefer . . . . . . . . . . . . 50 »
6) Dieselben, gelb, und knollig zerklüftend . . . . . . . . . . . . . 20 »
7) Mürber brauner Sandstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 »
8) Rothe und graue zerfallende Mergel . . . . . . . . . . . . . . . 15 »
9) Bank von festem Quarzsandstein . . . . . . . . . . . . . . . . 6 »
10) Quarzsandsteine mit grösseren Körnern von Quarz und anderen harten
Gesteinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200 »
11) Aphanit und andere Grünsteine.
12) Kieselschiefer, wie 2).
13) Gelbe Mergel, wie 3).
14) Blassrothe, ganz weiche Sandsteine mit Quarzbrocken.
15) Wechsel von Diorit-Gangmassen und Schichten von Sandstein und Schiefern.
Die letzte Folge dauert fort, bis man an einen Abhang kommt, wo die dritte Kohlen-
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