National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Bei einer Uebersicht des Grubenfeldes gewahrt man wenigstens drei parallele Reihen
alter Halden von verlassenen Schächten. Man könnte daraus schliessen, dass mehrere
Flöze vorhanden sind; es scheint jedoch, dass alle Werke nur auf ein und dasselbe
Flöz angelegt sind, und dieses nur durch Verwerfungen in verschiedene Schollen zer-
brochen ist.
Die Kohle von Shi-mönn-tsai ist ein ausgezeichneter Anthracit von starkem Glanz,
grosser Härte und vorzüglicher Reinheit, bei weitem die beste Kohle, welche ich im
Osten von Peking kenne. Die geringe Tiefe, zu der die chinesischen Werke nieder-
gehen, könnte auf die Vermuthung führen, dass hier ein geeignetes Feld für Bergbau
nach europäischer Methode sei. Allein die Verhältnisse sind in jeder Beziehung ungünstig.
Die geringe Ausdehnung der kohlenführenden Formation, welche durch die Sinischen Gebilde
im Süden abgeschnitten wird, ihre häufige Verwerfung, die Wahrscheinlichkeit, bei dem
Verfolgen der Flöze an Dioritgänge zu kommen, welche das Weitergehen hindern könnten,
ferner der schwierige Transport, der unbedeutende Betrag der localen Consumtion, und
die Unsicherheit der Rhode von Ning-hu: alles dies sind grosse Nachtheile, welche eine
nennenswerthe Hebung des Bergbaues illusorisch machen. Durch Einsetzen von Pumpen
könnte man die Chinesen in der Fortführung eines kleinen Betriebes und der vollen
Ausbeutung dessen, was vorhanden ist, unterstützen. Weitere Aussichten sind nicht vor-
handen. Auch an eine Ausdehnung der Kohlenformation über die jetzt erkennbaren
Grenzen hinaus ist kaum zu denken. Denn wo bedeckende Schichten, wie hier, fehlen,
da hat der Chinese einen guten Blick für die Kohlenausbeissen. Es sind eben die
Schichten der Kohlenformation in der ganzen Umgegend hinweggeführt, mit Ausnahme
des ungünstigsten Platzes, wo der Diorit eine schützende Decke bildete.
Der Preis des Anthracits auf der Grube ist 250 tsien für den kwang Korb von
100 kin (M. 14 oder S 3.12 die Tonne). Es lagen auf einer der Gruben ungefähr
300 Tonnen. Der Verkauf auf denselben soll während des letzten Arbeitsjahres von
zehn Monaten 2000 Tonnen betragen haben. Der Tagelohn ist 1 tiau von 160 tsien
(M. 0.60), wobei keine Beköstigung gegeben wird.
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