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0156 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 156 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Die von den Porphyren durchbrochenen Gesteine sind ebenfalls sichtbar. Noch ehe
man den Pass erreicht, erscheinen zur Linken die Sinischen Schichten zusammen-
gefaltet bis zur saigeren Stellung, und zum Theil stark umgewandelt. Die Kalksteine
sind sehr feinkornig krystallinisch, die Schiefer zu grünem Jaspoid verändert. Doch
kommen auch unveränderte Kalke vor, an denen die charakteristischen petrographischen
Merkmale der sinischen Kalke deutlich wahrzunehmen sind. Der Metamorphismus
muss den Porphyren zugeschrieben werden, welche sich einst wahrscheinlich weiter aus-
breiteten.
Der Pass selbst zerspaltet das Gebirge in zwei Theile; denn er ist in dem Liegen-
den aller dieser Formationen, nämlich unsern wohlbekannten zersetzten krystallinischen
Schiefern mit Pegmatitgängen eingesenkt. Sie sind hier vielfach von den Porphyren,
besonders deren bassischen Abänderungen, in Gängen durchsetzt. Doch erreichen die-
selben bald ihr Ende. Der Pegmatit ist turmalinhaltig, was in der ganzen Strecke von
Mukden bis hieher nur selten der Fall war. Das Mineral ist massenhaft darin vorhan-
den. Die Gänge durchsetzen auch hier noch bald die Schichten unter schiefen Winkeln, bald
dringen sie sich in sehr grosser Zahl zwischen sie ein. Sie erreichen oft 10 bis 20 Fuss
Mächtigkeit, während daneben in einem 10 Fuss mächtigen Schichtencomplex der Schiefer
wol zwanzig Gänge auftreten, die an den Biegungen derselben theilnehmen. Der Quarz
kommt so massenhaft in dem Gestein vor, dass man Blöcke von mehreren Cubikfuss
herauslösen könnte. Dazwischen glänzen die grossen Spaltungsflächen des Orthoklas.
Bei Shuang-wang glaubt man Ebene im Westen zu erblicken; so flach sind die
Wellen der Schiefer, über die die Strasse führt. Zur Linken sind Höhen von 400 bis
600 Fuss, von denen Gerölle von krystallinischen Schiefern herabkommen. Nach Norden
ist die Aussicht beinahe frei. Man erblickt dort keine Porphyrketten und überhaupt
keine hohen Gebirge, so weit das Auge reicht; nur einzelne niedere Hügel begrenzen
den Horizont.
Yung-ping-fu liegt am Ostrand eines weiten Alluvialthales, in welchem die Strasse
zwei beträchtliche Flüsse, den Tching-lung-hô und den Lwan-hô zu überschreiten hat.
Es ist ein ungemein fruchtbares, üppiges Land. Jenseits ist eine kleine Anhöhe, auf
der der Tempel Yê-tsi-miau steht. Von ihm bietet sich ein herrlicher Ueberblick der
Landschaft. Zu Füssen bricht sich der Lwan-hô an den steilen Felsen. Jenseits des-
selben breitet sich die fruchtbare Ebene von Yung-ping-fu aus, und in der Ferne erkennt
man deutlich die kühnen Umrisse des Mimi-shan und des Tching-shu-shan. Im Norden
erscheint in einer Entfernung von ungefähr 40 g. M. ein allmälig aufsteigender Berg,
der 5000 bis 6000 Fuss hoch sein muss. Es ist jedenfalls der in der Mongolei gelegene
Tu-shan. Allenthalben werden, wenn man von den genannten Porphyrgebirgen absieht,
die Umrisse einfacher. Das Thal von Yung-ping-fu wäre schön, wenn es auf den
Bergen Holz gäbe. Aber Alles ist kahl, nur der Yê-tsi-miau steht in einem heiligen
Tempelhain.
Von Yê-tsi-miau beginnt ebenes Land mit einzelnen Hügeln. Die Ebene ist aber
nicht alluvial, sondern eine Diluvialterrasse, die am Fluss selbst 40 Fuss hoch ist
und gegen Westen mehr und mehr ansteigt. Erst ist sie fruchtbar und schön, aber der
Boden wird sandig, je mehr man sich Lwan-tchu nähert. Unter den aufragenden Hügeln
besteht der erste, zur Rechten der Strasse, aus röthlichem Sandstein, welcher mit nord-
westlichem Fallen auf der letzten kleinen Welle krystallinischer Schiefer
lagert.
Hiermit enden diese Gesteine des Grundgebirges, welche so wesentlich zu dem geo-
logischen und landschaftlichen Charakter der ganzen südlichen Mantschurei beitragen.
Wir werden gegen Westen weit zu wandern haben, ehe wir ihnen wieder begegnen;
aber schon vorher werden wir sie als nicht minder charakteristisch für die Provinz
Shantung zu betrachten haben.
Die Fortsetzung meines Weges von Yung-ping-fu aus werde ich im Anschluss an
die Umgegeud von Peking beschreiben.

Altersfolge der in Liau-hsi auftretenden Formationen.

So weit der Gebirgsbau von Liau-hsi an der grossen Reichsstrasse erkennbar
ist, würde er, für sich allein betrachtet, besonders in Hinsicht auf die Altersfolge