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0161 China : vol.2
China : vol.2 / Page 161 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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welchem der Name Hun-hö bleibt, von breiteren Alluvien begleitet wird, und dies
wird durch die grosse Zahl der Ortschaften, welche bis zu dem Palisadenthor
Ying-ngo-mönn daran liegen, bestätigt. Im Norden dieses Stromsystems ist bergiges
Land, und es sind dessen letzte westliche Ausläufer, welche von Mukden aus sicht-
bar sind und dort die alten Grabstätten ehemaliger Beherrscher des Liau-Thales
tragen. Die Strasse nach Kirin, welcher Williamson und Palladius folgten,
führt dort hinüber, und bis zur Grenze von Shöng-king geht sie über niedere
quergerichtete Rücken, in denen das östliche Gebirgsland endet. Wahrscheinlich
erstrecken sie sich bis zum Liau; denn wenn es nicht erforderlich wäre, würde
kaum ein so unebener Weg, wie ihn die genannten Berichterstatter schildern, für
die Strasse gewählt worden sein.
Der Liau selbst durchströmt den zweiten Thalzweig, welcher von Mukden aus
nordwärts zieht. Mit einer Breite von mehr als 30 g. M. beginnend, verengt
sich derselbe allmälig gegen Norden und scheint sein Ende zu erreichen, wo
der Strom die als »Palisadenzaun« bezeichnete Linie kreuzt. Jenseits ändert sich
mit dem Charakter der Landschaft die Benennung des Flusses, welcher dort den
mongolischen Namen Sira-murön hat. Ein dritter Zweig der Ebene wird von dem
gegenüber von Mukden in den Liau mündenden, von den Yangsinnu-Weideplätzen
her aus Nordnordwest kommenden Yangsinnu-ghool durchströmt, welcher westlich
vom Palisadenzaun den Mantschu-Namen Klukhun-bira trägt.
So bildet das Thal des Liau in seinem unteren Theil eine ungefähr 200 g. M.
lange und 50 bis 60 g. M. breite Bucht, welche an der Nordwestseite einige Aus-
läufer zwischen die Gebirge entsendet und sich an ihrem nordöstlichen Ende in
drei, sich allmälig verengende Zipfel theilt.
Der Liau hat, obgleich die Küste gegenwärtig in einer geringen Hebung be-
griffen ist, kein Delta, sondern erreicht das Meer in einem einfachen Canal. In
seinem Unterlauf haben sich noch in historischer Zeit Aenderungen zugetragen.
Früher war das an einem östlichen Zufluss gelegene Niu-tshwang der von Dschunken
besuchte Schiffahrtsplatz. Später nahm das 40 g. M. stromabwärts gelegene¹)
Tien-tshwang-tai seine Stelle ein. Aber um das Jahr 1836 wandte sich ein Theil
des Handels nach dem ehemaligen Dorf Ying-tzĕ-köu, welches abermals 40 g. M.
unterhalb des vorigen und 13 g. M. von der jetzigen Flussmündung entfernt liegt.
In Gemässheit mit dem Wortlaut der Vertragsstipulationen von 1860 ist der Name
Niu-tshwang irrthümlich auf diesen Ort übertragen worden. Fremde Schiffe gehen
nur bis hieher, wiewol der Fluss bis Tien-tshwang-tai hinreichende Tiefe für die-
selben hat. Chinesische Dschunken ziehen noch grossentheils den letzteren Ort
vor. Für kleine Fahrzeuge mit flachem Boden soll der Liau bis zum Palisaden-