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0163 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 163 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

die Zwischenräume zwischen den Ketten aus. Wären sie vollständig erhalten
geblieben, so würden sie ein Tafelland bilden. Durch die Einwirkung der atmos-
phärischen Agentien und die erodirende Wirkung des fliessenden Wassers wurden
sie durchschnitten und zum grossen Theil fortgeführt, daher auch die älteren Ge-
birge, wo sie bedeckt gewesen waren, vielfach wieder frei gelegt und unter den
Einfluss derselben Agentien gebracht. Insbesondere ist die Steinkohlenformation mit
ihrer Decke von mächtigen rothen Sandsteinen bis auf einige Fragmente entfernt
worden, und auch die Schichtgebilde der Sinischen Reihe sehen wir nur noch in
Ueberresten.

Den angedeuteten Unterschied müssen wir bei Betrachtung des Gebirgsbaues
im Auge halten. Denn die Gesetzmässigkeit in den Richtungslinien desselben wird
sich allein in dem gefalteten älteren Gebirge erkennen lassen, während wir in den
ausgenagten Ueberresten des ehemaligen Tafelgebirges nur Regellosigkeit erwarten
dürfen.

Die bisherigen Karten zeigen uns Liautung von einer Hauptgebirgsraupe durch-
zogen, welche von NO nach SW der Wasserscheide folgt und sich bis in den letzten
südwestlichen Vorsprung erstreckt. Seitliche, secundare Raupen zweigen sich von
ihr ab und ziehen zwischen je zwei Flüssen nach beiden Seiten hinab. Dieses Bild
ist irrig. Liautung besteht in seinem Grundbau — d. i., wenn wir uns die mit den
Sinischen Sandsteinen beginnende Decke von Sedimenten entfernt denken — aus
einem Rost von krystallinischen Ketten, welche einander parallel, und in geringer
Conformität mit der Wasservertheilung, in der Richtung WSW—ONO ziehen und
durch tiefe Mulden von einander getrennt sind. Der einfache Charakter dieses Baues
wird durch drei Umstände beeinträchtigt. Einerseits ziehen vielfach hohe verbin-
dende Quer-Rücken von Kette zu Kette; in ihnen, wie in dem grossentheils durch
sie bedingten Verlauf der Wasserscheiden und in manchen Flussläufen, ist eine
zweite Streichrichtung, annähernd NNW—SSO, angedeutet. Bei Erörterung des
Gebirgsbaues von Shantung werde ich zu beweisen suchen, dass die auch dort
vertretene Richtung in dem ursprünglichen Schichtenstreichen der Gneisse begründet
ist. Der zweite Umstand hängt mit dem ersten unmittelbar zusammen und besteht
darin, dass die Langsketten von quergerichteten Einschnitten durchsetzt und in
einzelne kürzere Rücken und Gruppen aufgelöst sind. Dazu kommt als dritter,
die regelmässige Anordnung störender Umstand die Thatsache, dass das letzte
Gestein, welches wir der ältesten Reihe zugerechnet haben, der Korea-Granit,
eruptiver Natur und in so grossartigen Massen an die Oberfläche gekommen ist,
dass es weite, in ihrer Gestaltung von der Kettenanordnung nur wenig abhängige
Räume für sich allein eingenommen hat. Die ersten Umstände bringen eine Differen-
zirung der orographischen Gestaltung der Oberfläche hervor, ohne die Gesetzmässig-
keit zu verringern; der dritte strebt, diese stellenweise zu verhüllen und selbst
vollständig zu verwischen, die Eruptionen des Koreagranits, wie in der Regel die
grossen Gesteinsausbrüche, mit Gebirgsverwerfungen und Versenkungen verbunden
gewesen sind. Aus den Einbruchsräumen erheben sich aber nur zum Theil die