国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0167 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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malen besonders gestaltet, scheint sich das Bodenrelief im Westen des Liau zu ent-
wickeln. Leider vermag ich es nur in der unvollkommensten Weise darzustellen,
da mein Reiseweg wenig geeignet war, die dasselbe beherrschenden Gesetze zu
verrathen. Auch hier finden wir die zugleich stratigraphische und tektonische
Gliederung in dieselben drei grossen, in ihren Altersverhältnissen weit von einander
getrennten Formationsgruppen. Die krystallinischen Schiefer, wesentlich aus Gneiss
und Hornblendeschiefer bestehend und von Granit durchbrochen, bilden einen
unabhängigen Grundbau, auf welchem die Sinische Formationsreihe und die Stein-
kohlengebilde sich ablagertern, während einer weit späteren Zeit die Producte des
Vulcanismus und die jüngeren Anschwemmungen und Oberflächen-Ablagerungen
aller Art angehören. Auch hier sind die krystallinischen Schiefer steilgestellt und
grossentheils im höchsten Grad zersetzt, die Sedimente dagegen verhältnissmässig
wenig gestört, wenn auch stellenweise bedeutend mehr als in Liautung. Aber
schon die ersten Gebirge, denen wir im Westen der Ebene des Liau begegnen,
weichen in ihrer Anordnung von den östlich gelegenen durch ihre Streichrichtung
ab, welche durch die von NNO nach SSW sich erstreckende Kammlinie des I-cu-
li-shan bezeichnet wird. Es ist eine in China seltene, hier aber klar ausgesprochene
Richtung, und es liegt der Gedanke nahe, dass ihr die Brüche und Faltungen des
Khíngan, sowie diejenigen, welche die Richtung der Küste, nebst dem nördlichen
Japan und der Insel Saghalin bestimmen, angehören dürften. Im Westen des
genannten Gebirges, welches durch seine dominirende Stellung die Aufmerksamkeit
derjenigen, welche von China her nach dem Thal des Liau kamen, von jeher
erregt hat und daher eine historische Rolle¹) hat, sind Parallelketten deutlich
erkennbar, und ich glaube sie auch nordöstlich von demselben wahrzunehmen,
wo sie in staffelförmigen Absätzen von Norden her in das Thal des Liau vor-
springen und jene Buchten zwischen sich lassen, in welchen das ebene Land des
letzteren nach Norden fortsetzt. Es sind, wie es scheint, die ältesten Formationen,
welche an dem Bau dieser Gebirge theilnehmen.
Folgt man der grossen Kaiserstrasse nach Südwesten, so ist von Kin-tshóu
aus die angegebene Richtung nicht mehr zu erkennen. Wenn sie überhaupt noch
vorhanden ist, so würde sie sich vermuthlich erst an den höheren, weiter vom
Meerestrand entfernten Gebirgen nachweisen lassen. In den Küstenlandschaften
selbst tritt uns ein einförmiges Gewirr entgegen. Auf dem tief zersetzten Grund-
gebirge lagern andere Formationen, welche aber in dem engen, durch die Strasse
gebotenen Beobachtungsgebiet nur in einzelnen Schollen übrig geblieben sind. An
verschiedenen Stellen vermochten wir theils die Sandsteinreihe, theils die Kalkstein-
reihe der Sinischen Formationsreihe nachzuweisen; aber nirgends ist ein grösserer,
zusammenhangender Schichtenverband. Alles ist zerrissen, zerstört, und nur noch
in Fragmenten der Beobachtung zugänglich. Am schlimmsten ist es dabei der
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