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0168 China : vol.2
China : vol.2 / Page 168 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Steinkohlenformation ergangen, welche, einst jedenfalls weit ausgebreitet, nur noch
gewissermaassen nesterweise an weit zerstreuten, besonders geschützten Stellen
vorhanden ist und auch dort, theils durch eruptive Durchsetzungen, theils durch
starke Schichtenbiegungen, Umänderungen erfahren hat, die ihr nicht immer, wie
bei ihrer anthracitischen Umwandlung bei Shi-mönn-tsai, zum Vortheil gereicht
haben dürften.

Zu grosser Herrschaft gelangt ein Gestein, dem wir in Liautung nur sporadisch
begegneten. Dies ist der Porphyr. Er spielt eine ähnliche, aber noch bedeutendere
Rolle, wie dort der Korea-Granit, und sein genaueres Studium wird vermuthlich
erweisen, dass der ganze Küstenabbruch mit seinen Eruptionen zusammenhängt.
Die gewaltigen, mit seltener Starrheit aufragenden Gebirge, welche er zusammen-
setzt, ordnen sich, soweit man sie übersehen kann, zu einer regelmässigen, der
Küste ungefähr parallel streichenden Zone an, währentl zwei von Nord nach Süd
gerichtete Spalten, denen die grossartigen Eruptivmassen des Kiau-shan und des
Mini-shan entsprechen, die westliche Grenze der Ausdehnung des gesammten
Porphyrgebietes zu bezeichnen scheinen. Nicht so massig als der Föng-hwang-shan
an der Grenze von Korea, aber noch starrer, noch bizarrer und abenteuerlicher in
seinen reihenförmig aufstrebenden Zacken, bildet der Porphyr die hervorragendsten
Gegenstande der Landschaft.

Was westlich vom I-wu-lu-shan und nördlich von den Porphyrkämmen liegt,
ist vollständig unbekanntes Land, geographisch wie geologisch. Aber die Thatsache,
dass mongolische Stämme schon unmittelbar hinter den Palisaden beginnen, deutet
darauf hin, dass sich dort zwischen den Gebirgen ausgedehnte Weidelander aus-
breiten. Es ist bemerkenswerth, dass der Palisadenzaun eine stetige Entfernung
von ungefähr 40 g. M. von der Küste beibehält und mit der Wasserscheide der
kleinen Küstenflüsse gegen das Quellgebiet des Ta-Ling-hö zusammenfällt. Dies
dürfte vielleicht darauf hindeuten, dass dort ein hohes Gebirge ist, mit dessen
jenseitigem Abfall die Lössländer, theils undurchschnitten, theils schon durch Flüsse
aufgeschlossen, beginnen. In dem Küstensaum fehlt dieses Gebilde. Der Ackerbau
ist daher hier wesentlich auf die Alluvien der kleinen Gewässer angewiesen und
kann von dem geneigten Land nur solche Stellen benutzen, wo das blossgelegte
Gestein in hohem Grad zersetzt ist. In Folge dessen sind Bevölkerung und Boden-
ertrag gering. In dem Pien-wai, d. i. dem Land jenseits der Palisaden, aber
siedeln sich in wachsender Zahl die ackerbauenden Chinesen an, und jährlich steigt
die Masse der landwirthschaftlichen Producte, mit denen sie von dort aus den
Handel versorgen.⁷ Wie in anderen, ähnlich gelegenen Länderstrecken, wird es
auch hier theils der durchschnittene und ausgelaugte Lössboden, theils das von
ihm gebildete Anschwemmungsland sein, wo die betriebsamen Chinesen ihre Feld-
wirthschaft ausbreiten. Im Allgemeinen werden wir uns dort Gegenden vorzustellen
haben, welche einen echten Uebergangscharakter tragen, d. h. zwischen dem Typus
der centralen und demjenigen der peripherischen Gebiete mitten inne stehen.