National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Es bietet sich ihnen ein jungfräulicher Boden. Mit geringem Kraftaufwand können
sie grosse Flächen des leicht zu bearbeitenden und die Fähigkeit einer gewissen
Selbstdüngung besitzenden Lössbodens bestellen, daher auch einen erheblichen
Ueberschuss an Feldfrüchten billig erzielen und sich trotz der grossen Entfernung
von dem Hauptschiffahrtsplatz Ying-tsz-kiu einen erheblichen Gewinn sichern.
Allerdings bedarf der Loss, wie ich an einer anderen Stelle gezeigt habe¹), um
günstige Ernten zu bringen, einer beträchtlichen Regenmenge; doch gelangten wir
bereits oben (S. 139) zu dem Schluss, dass in dem Gebiet, welches von den sehr
verzweigten Netzen der Quellflüsse des Ta-Ling-ho und des Sira-muren eingenommen
wird, in den Sommermonaten ein erheblicher Niederschlag stattfindet.
Könnte man die Ergebnisse der Landwirthschaft in Zahlen statistisch zusam-
menstellen, so würde der Vergleich von Shöng-king mit den Provinzen des eigent-
lichen China ungünstig ausfallen. Schon dadurch ist es in bedeutendem Nachtheil,
dass überall nur eine Sommerernte erzielt wird. Dennoch ist es wol die einzige
Provinz des Nordens, welche ihre Feldfrüchte in nennenswerthem Maass nach
Süden ausführt. Dies rührt daher, dass es, obwol es nur einer im Verhältniss zur
Bodenfläche geringen Bevölkerungszahl Unterhalt gewähren kann, doch dieselbe
noch nicht in sich aufgenommen hat, und innerhalb wie ausserhalb seiner Grenzen
grosse Gebiete sind, welche spärlich bewohnt sind und desshalb einen Ueberschuss
produciren können.
Weizen, Gerste, Hirse, Sorghum, Baumwolle, Bohnen, Erbsen,
Mais, Reis, Indigo, Sesamum, Tabak, Mohn und Kartoffeln sind die
Hauptfrüchte. Einige von ihnen, wie Reis, Baumwolle und Indigo, deuten auf eine
hohe Durchschnittstemperatur des Sommers, während die Thatsache, dass im Herbst
nicht gesät wird, sich nur durch die grosse und trockne Kälte des Winters erklären
lässt²). Die Saat der meisten Früchte geschieht von Mitte März bis Ende April.
Doch werden einzelne dem Boden erst später anvertraut. Dies gilt insbesondere
von den Bohnen, welche in den Weizengegenden in derselben Weise gepflegt
werden wie in China. Man sät den Weizen in sorgfältig gezogenen Reihen, welche
mehrere Zoll von einander abstehen. Ist er zu halber Höhe gediehen, so werden
zwischen den Reihen die Bohnen gesteckt. Bei der Ernte des Weizens werden
nur die Aehren abgeschnitten; nun entwickeln sich die Bohnen schnell, und im
Herbst werden sie geerntet. Nur wo der erstere nicht gebaut wird, wie in meh-
reren Theilen von Shöng-king und wahrscheinlich im Pien-wai, werden den Bohnen
besondere Felder gewidmet. — Tabak wird vielfach gebaut. Das Blatt ist jedoch
von geringer Qualität und soll für den Consum in anderen Theilen von China zu
kräftig sein. In der Mantschurei aber raucht Alles, Männer, Frauen und Kinder,
und das heimische Product reicht kaum für die Befriedigung der eigenen Bedürf-
nisse hin. — Aehnliches gilt für das Opium, welches in jährlich steigender Menge
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