National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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gewonnen wird. Williamson fand noch im nördlichen Theil von Kirin grosse
Strecken der Felder mit Mohn bedeckt. Da er hier auf gutem Boden gebaut
wird, von dem er nützlichere Ernten verdrängt, und in der Provinz selbst consumirt
wird, daher nichts zur Bereicherung der Bewohner im Ganzen, wohl aber Viel zu
ihrer Demoralisation beiträgt, so tritt hier der ganze Krebsschaden dieser Art der
Bodenbenutzung vor Augen. — Ueber die Cultur des Indigo entnahme ich der
Beschreibung von Williamson, dass er in sehr grosser Menge nördlich von Mukden
gewonnen wird¹). »Täglich«, sagt er, »begegneten wir Reihen von 30 bis 40 Wagen,
welche diesen Artikel zum Verkauf und Export nach Süden führten. Jeder war
mit sechs bis acht Maulthieren bespannt und führte gegen 2000 Katties. Der
Transport soll in gleicher Weise durch sechs Wochen geschehen«. — Die Baum-
wollencultur soll auf den südöstlichen Theil der Ebene des Liau beschränkt
sein. — Das Sorghum ist ein wichtiges Product. Die jungen Blätter der auf-
wachsenden Pflanze dienen zu Grünfutter, die 10 bis 12 Fuss hohen dicken Stengel
zur Feuerung, zur Errichtung von Zäunen und Hecken und zum inneren Gerüst
von Lehmmauern. Die Früchte sind neben kleinen schwarzen Bohnen das wich-
tigste Futter für Maulthiere und Pferde. Ausserdem werden sie durch Gährung
und durch Brennen zur Bereitung alkoholischer Getränke verwandt.
Unter denjenigen Früchten, welche im Ueberschuss gewonnen und exportirt
werden, nehmen Hülsenfrüchte die erste Stelle ein. Fast der gesammte Export
von Ying-tze besteht in Bohnen, dem daraus gepressten Bohnenöl und den
bei der Bereitung des letzteren übrigbleibenden Bohnenkuchen. Die Bohnen
werden grösstentheils nach den Küsten des nördlichen China verschifft und dienen
dort als Nahrungsmittel; die Bohnenkuchen finden ihre Verwendung theils als Futter
für das Vieh, theils, und in weit bedeutenderem Maass, als Dünger für die Zucker-
felder des Südens. Auch Japan hat seit Kurzem angefangen, dieselben zu impor-
tiren. Das Bohnenöl wird zur Bereitung von Speisen in den mittleren und südlichen
Provinzen von China benutzt. Macpherson berichtet, dass die eigentliche Provinz
Shöng-king nur den fünften Theil zum Export der genannten Erzeugnisse beisteurt,
vermuthlich nicht sowohl weil hier weniger Bohnen gebaut werden, als weil die
Bevölkerung sie selbst verzehrt. Der ganze Rest kommt vom Pien-wai. Der
Handel damit ist in Händen von chinesischen Kaufleuten, welche die Bohnen in
den verschiedenen Orten im Innern aufkaufen, an bestimmten Plätzen ansammeln
und auspressen; doch wird Letzteres auch häufig in den Dörfern von den Acker-
bauern selbst besorgt. Sie bedienen sich dazu der alleinfachsten Vorrichtungen.
Die Bohnen werden, in Säcke gefüllt, zwischen zwei horizontale hölzerne Tafeln
gelegt, deren untere fest ist, während die obere frei liegt. Unmittelbar über dieser
befinden sich zwei starke Balken. Es werden nun hölzerne Keile zwischen diese
und die obere Tafel eingetrieben, und zwar geschieht dies nach längeren Zwischen-
pausen, da nach Ansicht der Chinesen nur durch langsames Vorgehen ein voll-
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