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0180 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 180 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

kommenes Auspressen bewerkstelligt werden kann. Im Jahr 1867 versuchte eine
grosse englische Firm von Shanghai, eine mit Dampf betriebene Presse in Ying-tszé
aufzustellen, in der Hoffnung, durch Anwendung von stärkerem Druck ein voll-
kommeneres, sowie durch Schnelligkeit und Massenhaftigkeit der Arbeit ein billigeres
Resultat zu erzielen, und dadurch einen bedeutenden Theil der Oelbereitung in
ihre Hände zu bekommen. Die Kosten der Errichtung dieser Fabrik waren sehr
erheblich, da die ersten Einrichtungen mehrfach verändert werden mussten. Das
schnelle Pressen hatte jedoch, trotz des angewendeten höheren Druckes, ein
ungünstiges Ergebniss für den Oelertrag, welches die Concurrenz unmöglich machte;
und arbeitete man langsam, so war der Betrieb zu kostspielig. Zur Zeit meines
Besuches war man endlich nach Aufwand von viel Mühe, Zeit und Geld so weit
gekommen, ein befriedigendes Resultat zu erreichen. Allein es erging dieser mit
allen Mitteln moderner Technik und grosser Energie in's Leben gerufenen Unter-
nehmung, wie so manchen ähnlichen Versuchen, welche die Europäer zeitweise
in China für die Einführung besserer und schnellerer Methoden bei der Seiden-
spinnerei, dem Raffiniren des Zuckers und in Siam bei der Enthülsung des Reis
gemacht haben: die Chinesen traten in jedem dieser Fälle zu gemeinsamem Wider-
stand gegen die Unternehmung der Europäer zusammen und lieferten keine Roh-
producte. Jede einzelne solche Anlage ist daher mit der Zeit entweder in die
Hände der Chinesen übergegangen, die sie dann mit Erfolg betrieben, wie es selbst
mit der Dampfschifffahrt auf dem Yangtsze und entlang den Küsten der Fall gewesen
ist, oder sie hat schnell ihren Untergang gefunden. Bei allen ihren Industrien
wenden die Chinesen die einfachsten, wenn auch häufig langwierigsten Mittel an.
Dieselben bedürfen eines so geringen Anlagekapitals und erfordern bei dem niedrigen
Tagelohn so Wenig für den Betrieb, erreichen aber auch zugleich ihren Zweck so
vollkommen, dass kostspieligere, wenn auch ungleich mehr verfeinerte und schnellere
Methoden durch Dampfbetrieb, wie es scheint, nur in wenigen Fällen mit der
primitiven einheimischen Industrie concurriren können. Wir werden Beispielen
davon noch mehrfach begegnen. Die in Rede stehende Bohnenöl-Dampfpresse hatte
kurzen Bestand. Sie ist ganz zu Grunde gegangen.

Als ein ferneres, nicht unwichtiges Erzeugniss der Landwirthschaft sind die
S c h w e i n e v o n K i r i n zu erwähnen. Die Zucht dieser Thiere ist allerdings in
China allgemein verbreitet und den Chinesen so unentbehrlich, dass man das
Schwein mit grösserem Recht ein Familienthier, als ein Hausthier, nennen darf.
Aber man findet fast ausschliesslich eine kleine, ausserordentlich hässliche Race,
deren Fleisch dem Europäer widerwärtig ist. Ganz verschieden davon sind die
schwarzen, wohlgebauten, grossen und dem Wildschwein ähnlichen Thiere, welche
in unermesslicher Zahl im nordöstlichen Shöng-king, ganz besonders aber in Kirin,
mit Bohnenkuchen und Eicheln gezüchtet werden. Grosse Heerden dieser Thiere
werden nach Peking getrieben — ein Weg von mehr als 400 geogr. Meilen, und
fast täglich überholte ich bei der Reise von Mukden nach Westen lange Züge
derselben. Ausserdem werden bedeutende Massen von Fleisch für den Gebrauch