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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0187 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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siegreich sich über sie ausbreitenden und sie nach und nach erdrückenden Volkes
angenommen.
Der Grundbesitz ist in tieu, d. i. Felder, angeordnet, deren jedes 6 bis 10 mön
enthält. Es gibt jedoch wenige grosse Eigenthümer: wer mehr als 200 bis
400 tien besitzt, gilt als reich. Der chinesische Pächter gibt, je nach der Ent-
fernung von den Hafenplätzen, den dritten bis siebenten Theil seines Ertrages dem
Besitzer ab. Uebrigens scheint es, dass nur das Ackerland in festen Händen ist,
das Bergland aber dem Staat gehört. Denn es wurde mir mitgetheilt, dass die
Chinesen das letztere gegen eine erst nach einigen Jahren eintretende und an die
Behörden zu entrichtende Grundsteuer bebauen dürfen, der Boden aber bei Ein-
stellung des Feldbaues an den Staat zurückfällt.
Dem Reisenden ist es kaum möglich, den Unterschied von Mantschu und
Chinesen zu gewahren. Von Letzteren wimmelt es überall. Auf dem Land sind
sie die Ackerbauer und die Gastwirthe: die Marktplätze an der Südostküste sind
von ihnen gegründet und fast ausschliesslich bevölkert: in den Städten bilden sie
allein die Classe der Kaufleute und betreiben das Kleingewerbe. Nur durch Fragen
kann man es zuweilen erfahren, dass man es mit einem Mantschu zu thun hat.
Bei solchen Individuen glaubt man auch eine grössere Hinneigung zum tungusischen
Typus als allgemeines Merkmal zu erkennen. Eine Anzahl von ihnen, mit ebenso
vielen Cantonesen verglichen, würde sich von diesen wesentlich unterscheiden.
Aber der Uebergang in die verschiedenen Typen der Chinesen des Nordens ist an
und für sich allmälig, und ausserdem verbindet eine zahlreiche Mischrasse beide
Elemente in langer Abstufung. Die Chinesen sind fast immer als Junggesellen
gekommen, und stets haben Viele Mantschu-Frauen geheirathet. Die aus solchen
Ehen entsprossenen Männer werden Chinesen in jeder Beziehung. Bei den Frauen
schien mir der einheimische Typus reiner bewahrt zu bleiben. Auch nehmen sie
die Sitten ihrer Mütter an, lassen die Füsse auswachsen, thun schwere Feldarbeit,
halten sich nicht in den Häusern abgeschlossen und haben ein offeneres Entgegen-
kommen als in China. Nie fand ich bei ihnen Furcht vor den Fremden, während die
Scheu bei Männern, vorausgesetzt, dass sie nicht in grösserer Zahl zusammen waren,
häufig hervortrat. Doch sind diese, vielleicht in Folge ihrer gedrückten Stellung,
gutmüthig und harmlos, und man hat bei den Reisen in der Mantschurci keinerlei
ernstliche Unannehmlichkeiten.
Behausung. — Wie in mancher anderen Hinsicht, so hat die Mantschurei
auch noch in der Bauart der Häuser, trotz des vordringenden chinesischen Elementes,
ihre Eigenthümlichkeit bewahrt. In China ist das Zeltdach mit einem an beiden
Enden aufgebogenen First der charakteristische Typus für das ganze Land. Bei
der kleinsten Lehmhütte wird die Form durch Ziegelsteine angedeutet, welche an
beiden Enden der Dachfirste aufeinandergelegt sind. Bei sorgfältigerem Bau werden
die unteren Enden der Dachsparren aufgebogen, und zahllose Schnörkel und Ver-
zierungen angebracht, welche meist dahin zielen, die Zeltform hervortreten zu
lassen. Bei Tempeln und Glücksthürmen [Kulu] setzt man wol auch eine Reihe sich
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