国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0191 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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einzige Methode des Strassenbaues ist, welche die Chinesen neben der Aussparung
des Raumes zum Fahren und seiner rohesten Ausebnung erfunden haben, und dass
ein Volk von so alter Civilisation und so praktischer Begabung nie auf die Idee
der Beschotterung gekommen ist. Dieselbe Arbeitskraft, welche für den Bau der
Strasse von Tung-tshóu nach Peking erforderlich war, hätte hingereicht, um den
halben Weg nach Mukden in guten Zustand zu bringen.
Eine zweite Hauptstrasse führt von Mukden südwestlich über Liau-yang nach
Ying-tszé-kin, sowie von dort weiter nach Pi-tszé-wo an der Südostküste; eine
dritte über Liau-yang oder Hai-tshong-hsien nach Fong-hwang-tshonn; eine vierte
östlich nach Hsing-king oder Venden; eine fünfte in nordnordöstlicher Richtung über
Kai-yüen-hsien und durch das Thor Wei-yüen-pau-moun nach Kiriu; endlich eine
sechste, gegen NzW gerichtet, durch das Thor Fa-ku-moun und den gleichnamigen
Marktplatz nach den als Pien-woi bezeichneten Gegenden und nach dem in neuerer
Zeit wichtig gewordenen Handelsplatz Kwong-tshung-tai. Jedenfalls führen noch
andere, nicht näher bekannte Strassen in westlicher Richtung nach verschiedenen
Theilen des Pien-woi. Verfolgen wir die nördlichen Strassenzüge über die hier
genannten Endpunkte hinaus. Von Kiriu führt eine, durch Williamson bekannt
gewordene Strasse nördlich nach A-shi-hó, und von dort ONO nach Sau-hsing am
Einfluss der Khurkhá in den Sungari. Gänzlich unbekannt ist noch die Strasse
von Kiriu über Ninguta nach Hun-tshun-hsien, dem letzten chinesischen Ort, am
unteren Tümen und nahe der Possiett-Bai gelegen. Sie soll durch grosse Wald-
gebiete führen, die im Juli und August durch die starken Regen sumpfig sind, in
anderen Jahreszeiten aber mit nicht zu grossen Beschwerden durchreist werden
können. Den ganzen Weg legt man zu Wagen zurück. Durch Palladius ist die
Strasse bekannt geworden, welche von Kiriu am rechten Ufer des Kiriu-ula hinab
und am linken Ufer des Nouni aufwärts über Tsitakhar nach Mergen an demselben
Fluss führt. Von hier geht sie weiter nach Aihun oder Saghalin-ula am Amur,
etwas unterhalb Blagowestschensk. Der von Lange besuchten Strasse von Mergen
nach Khailar und Nertschinsk haben wir bereits oben (S. 65) Erwähnung gethan.
Dies sind die wichtigsten Wagenstrassen. Aus der grossen Ausdehnung des Ge-
bietes, welches sie durchziehen, ist ersichtlich, mit wie geringer Mühe eine Bereisng
der Mantschurei entlang den Hauptlinien ausgeführt werden könnte. Die Preise für
Personen- und Frachtverkehr sind ausserordentlich billig¹), da im Verhältniss zur
Bevölkerungszahl ein Ueberfluss an Lebensmitteln und Maulthierfutter producirt
wird. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass so beträchtliche Mengen von
Erzeugnissen des Bodens selbst aus den fernen Gegenden des Pien-woi auf Land-
wegen nach Ying-tszé gebracht werden können. Endlose Züge von Frachtwagen,
die meist mit Hülsenfrüchten beladen und nach jenem Hafen bestimmt sind, sollen
in manchen Jahreszeiten die Strassen bedecken. Auch hat die Regierung die für
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