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0196 China : vol.2
China : vol.2 / Page 196 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Berggehänge. Ein Saumpfad zieht sich hindurch und windet sich am Ende des
Thales nach der Wasserscheide hinauf. Zu beiden Seiten des Thores sieht man
einen kleinen, verwachsenen Graben, welcher quer gegen das Thal gerichtet ist
und an beiden Berggehängen aufsteigt. Er ist der einzige Repräsentant des
sogenannten Palisadenzauns, der auf den Karten wie eine grosse Befestigungslinie
gezeichnet ist, und trennt zwei ganz verschiedene Gebiete: Anbau und Bevölkerung
im Westen, unbewohnte Wildniss im Osten. Denn wir befinden uns hier nicht
an der Grenze gegen Korea, sondern an der Grenze gegen das neutrale Gebiet,
welches vor langer Zeit zur Schlichtung der langwierigen Grenzstreitigkeiten zwischen
beiden Reichen festgesetzt wurde. Der Streif hat eine Breite von 100 li, oder
einer guten Tagereise, und läuft dem Yalu-kiang entlang, so zwar, dass dessen
rechtes Ufer neutrales Gebiet ist, der Fluss selbst aber schon zu Korea gehört.
Einst war die Zone cultivirt, und am Yalu standen viele blühende koreanische
Ortschaften. Sie mussten in Folge des Vertrages sämmtlich vernichtet werden;
denn auf dem neutralen Boden sollte fortan bei Todesstrafe kein Mensch sich
ansiedeln. Nur eine Nacht dort zuzubringen, zieht dieselbe Strafe nach sich. Das
einzige Betretungsrecht haben die Bewohner der angrenzenden Ortschaften, welche
ihr Vieh am Tage über die Grenze hinaus weiden und zur Entfernung von 20 li das
Holz schlagen dürfen, aber ohne dort jemals eine Nacht zuzubringen. In Folge
dessen ist das ganze Gebiet eine pfadlose und gänzlich menschenleere Wildniss.
Hirsche und anderes Wild sollen schaarenweise vorkommen, vor Allem aber der
Tiger sich heimisch gemacht haben. An der Grenze gegen Shongking ist ein Ver-
kehr mit Korea nur am Kau-li-mönn gestattet, von wo ein Saumpfad nach dem