National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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selbst dem japanischen voransteht. Eine sehr starke Sorte in Bogen von 5½ Fuss
Länge und 4½ Fuss Breite ist am gangbarsten. Man sieht sie häufig in den Läden
von Peking. Die wichtigste Verwendung findet das Papier in geöltem Zustand. Es
werden daraus Regenmantel, wasserdichte Decken für Wagen und Gepäck, Regen-
schirme und andere Gegenstände verfertigt, und der Reisende in China thut gut,
sich mit einem Vorrath dieses nützlichen, vollkommen wasserdichten Stoffes zu
versehen.
Von Metallen fand ich nur Blei. Das Land soll Silber und Gold besitzen,
deren Werthverhältniss mir als 1 zu 10 angegeben wurde; doch soll das Gold von
niederem Grad der Feinheit sein. Kupfer fehlt nach Angabe meiner Gewährs-
männer vollständig. Dasselbe behaupteten sie von der Steinkohle. Doch galten
ihre Aussagen wol nur für ihre beschränkte Heimathsgegend, welche der Norden
war. Ich fand nicht das geringste Anzeichen, was jenen Nimbus des Goldreich-
thums, in welchem Korea noch immer bei den Fremden strahlt, zu rechtfertigen
vermocht hätte. Derselbe hat sich stets an diejenigen Länder geheftet, welche
unmittelbar jenseits der fernsten Grenzen des Verkehrs lagen, und wurde im Lauf
natürlicher Wanderung auf Korea übertragen. Für Ptolemaeus lag das Inselland
Chrysé in Indonesien. Marco Polo fand es in dem unerreichbaren Zipango, und
durch Jahrhunderte erzählte man in Europa von den goldenen Dächern der Paläste
und Tempel des mystischen Insellandes. Wenn dann auch, als Portugiesen und
Holländer durch fast ein Jahrhundert frei mit Japan verkehrten, der Nimbus bei
den unmittelbar Betheiligten schwand, so trat er doch wieder hervor, als das Land
den Europäern beinahe ganz verschlossen wurde. Bei seiner endlich erreichten
Eröffnung fand man in der That das Gold von Jahrtausenden angehäuft, da sein
Export verboten gewesen war; und in dem niedrigen Werthverhältniss zum Silber
4 : 1, welcher sich durch die Armuth des Landes an letzterem Metall erklärt,
glaubte man den sichersten Beweis für die Ueberfülle des Goldes zu erkennen.
Allein schnell waren die angesammelten Schätze entfernt, und es zeigte sich, dass
Japan die gesuchte Chrysé nicht sei. Ein Land nur blieb übrig, das man noch
nicht betreten durfte. Dies war Korea, und auf dieses übertrug sich die uralte
Sage. Allein der Irrthum ist hier noch grösser, als in dem Fall von Japan, da
das Gold von Korea stets einen Abfluss gehabt hat, also nicht einmal sich anhäufen
konnte, während kein Symptom eines bemerkenswerthen Gehaltes der Gebirge an
diesem Edelmetall bekannt ist.
Seide nimmt unter den Exportartikeln eine geringe Stelle ein. Diejenige
des Eichenspinners ist in Korea häufig, und sie soll weit feiner sein als die in Liau-
tung gewonnene. Doch wird auch die echte Seide bereitet. Sie wird nur in rohem
Zustand nach China verkauft. Dagegen werden sehr geschätzte weisse Gewebe
von fester, stark glänzender Faser exportirt, welche wahrscheinlich von einer
Boehmeria stammt.
Die schon oben S. 147 erwähnte medicinische Wurzel Ginseng ist in den
Wäldern des nördlichen Korea häufig und bildet eine Stapelartikel des Handels,
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