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0200 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 200 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

weit zurücksteht. Wenn sie heirathen, scheeren sie eine Tonsur in der Mitte, und
sie erhalten dadurch das Material für den angeführten erheblichen Exporthandel.
Das ringsherum stehen bleibende Haar wird in einen wohlgepflegten Knoten in
der Mitte des Kopfes aufgebunden. Ein einfaches, schwarzes, kappenförmiges
Gitter, das von einer Art Binsen geflochten ist, schützt den Knoten und ist mit
einem schwarzen Band von der Stirn nach dem Hinterkopf befestigt. Dadurch
wird alles hinaufgestrichene Haar in seiner Lage erhalten, worauf grosser Werth
gelegt wird. Auf dem Gitter wird ein breitkrampiger Hut befestigt, der aus einem
sehr feinen netzartigen Flechtwerk von der genannten Binsenart besteht und durch
ein Band unter dem Kinn festgehalten wird. Da die Kappe desselben nicht viel
grösser ist, als der Haarknoten, so sitzt der Hut nicht auf, sondern über dem
Kopf. Er hat daher keinen ersichtlichen Zweck, ist aber vorgeschriebene Tracht
und erscheint, wenn man sich einmal mit der eigenthümlichen Form versöhnt hat,
als eine sehr überflüssige, aber originelle Zierde. Jeder legt besonderen Werth
darauf, diesen Kopfputz, der übrigens leicht wie eine Feder ist, zierlich und
ordentlich zu tragen.

Die Kleidung ist in der Regel ganz weiss und grosstentheils aus feinem Hanf-
zeug verfertigt. Weisse Strümpfe mit weissen Schuhen von der Form der chine-
sischen, eine weisse und weite Hose, die über den Knöcheln zusammengebunden
wird, eine kurze weisse Jacke und ein bis an die Knöchel reichendes schlafroc-
kartiges Obergewand von leichtestem und feinstem Zeug, das vorn übergreift und
auf der rechten Seite zusammengebunden wird — dies sind die Gegenstände der
koreanischen Toilette. Wie überall, finden sich Variationen für Reich und Arm,
indem z. B. die gewöhnlichen Leute statt des weissen auch ein grobes gelbliches
Zeug, die besser Gekleideten ein Obergewand von hellblauer, sehr feiner Seide
tragen. Am Gurt wird der Tabaksbeutel befestigt, der sich an dem äussern
Gewand in unschöner Weise sichtbar macht.

Abgesehen von der Gesichtsbildung und der Kleidung, unterscheiden sich die
Koreaner von den Chinesen wesentlich durch ihre grosse Reinlichkeit. Die Haut,
welche etwas heller ist als bei Jenen, ist durch den steten Gebrauch von Bädern
vollkommen rein; und was die anwesenden Besucher von Kau-li-monn betraf, so
leisteten sie hinsichtlich der Sauberkeit der Kleidung, wenn man die weisse Farbe
in Betracht zieht, Staunenswerthes. Bei dem niedern Volk und den Kindern erwies
sich allerdings die helle Farbe der Stoffe als wenig praktisch; doch selbst bei diesen
bemerkte ich nicht jene höchst unangenehme Affection der Geruchsnerven, welche
ein Attribut der Chinesen, selbst derer der bessern Classen, und eine tägliche Tortur
für den Reisenden in China ist.

Das erste Entgegenkommen des fremdartigen Volkes war durchaus gewinnend.
Es ist erklärlich, dass sie eine nicht unbedeutende Neugier an den Tag legten, da
sie Europäer noch nicht gesehen hatten, und zuweilen war eine kleine Zurecht-
weisung erforderlich. Aber es zeigte sich doch vorherrschend ein Anstandsgefühl,
dem ich in China nur selten begegnete. Es sei mir gestattet, einige kleine frag-