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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0210 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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Provinz Yen-tshöu, deren fetter, schwärzlicher Boden mit üppigem Graswuchs und
hohen Bäumen bedeckt war. So reich das Land dort heute bevölkert, und so
üppig es cultivirt ist, war es doch damals Ueberschwemmungen ausgesetzt. Seine
Felder nahmen den sechsten Rang ein, und der Steuerertrag war der niedrigste
unter allen Provinzen. Er wurde überhaupt erst ermöglicht, indem durch Abdäm-
mung der Boden für das Anpflanzen von Maulbeerbäumen fähig gemacht und die
Ansiedlung von Colonisten, wahrscheinlich aus dem bereits Seide producirenden
Tsing-tshöu begünstigt wurde. Sie genossen dreizehn Jahre Steuerfreiheit und hatten
erst nach dieser Zeit Abgaben von Lack, Seide und seidenen Geweben zu ent-
richten. Dieser Gegensatz zwischen den Ländern Tsing und Yen macht es klar,
welche politische Bedeutung das Hügelland von Shantung für die Machtausbreitung
des Culturvolkes gehabt hat.
Zwischen dem Tai-shan und dem Fluss Hwai lag die Provinz Hsü-tshöu. Auch
hier verweisen uns alle Namen auf die Thäler im Gebirge selbst und an dessen
Rand; insbesondere dasjenige von Mong, welches dem heutigen Mong-yin-hsien
entspricht. Diese Provinz hatte damals, wie jetzt, keinen Seidenbau, und daher
mag es sich erklären, dass sie im Steuerertrag den fünften Rang einnahm, während
doch ihre Felder fast als die besten von China galten; denn sie behaupteten die
zweite Stelle und wurden nur von denen der Provinz Yung, des heutigen Shensi,
übertroffen. Der Boden wird als roth, thonig und fett beschrieben, wie er in der
That in dem grossen Verbreitungsgebiet gewisser rother, thoniger Sandsteine ist,
welche gerade die flachhügeligen Theile der ehemaligen Provinz einnehmen. Der
Tribut bestand in Erdarten von fünf verschiedenen Farben, bunten Fasanenfedern,
dem zur Verfertigung von Lauten gesuchten Holz der Dryandra und »tönenden
Steinen« vom Ufer des Sz', welche die besondere Eigenschaft hatten, auf dem
Wasser zu schwimmen. Die Hwai-Barbaren, von denen ein Theil unterworfen
gewesen zu sein scheint, brachten Austerperlen, Fische, blaue Seide und seidene
Gewebe.
Die Chinesen verloren fortan nicht mehr den wichtigen Halt, welchen sie in
dem Gebirgsland von Shantung gewonnen hatten. Der Staat, auf dessen
Existenz die Einrichtungen unter Yau und Shun hinweisen¹, befestigte seine
Macht, und der Grad seiner Abhängigkeit von dem Oberhaupt des Reiches schwankte,
wie in anderen Provinzen. Als Wu-wang die Tshóu-Dynastie begründete und
der kaiserlichen Autorität einen festeren Boden gewann, liess er, wie wir früher
gesehen haben², die Fürstenthümer bestehen, bestätigte zum Theil deren frühere
Inhaber und verlieh andere an seine Verwandten. So gab er den Staat Lu im west-
lichen Shantung an seinen Onkel, den Herzog von Tshot¹. Dieser Staat umfasste
das wichtige Thal des Wonn-ho, die fruchtbaren Länder am westlichen Fuss der
Gebirge und einige Thäler des Inneren, wie das des Tung-Wonn-ho. Seine
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