National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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diesem Hafenort, leider jedoch, ohne meinen Wunsch nach einer nochmaligen und
eingehenderen Bereisung des ebenso interessanten als angenehm zu besuchenden
Gebirgslandes von Shantung erfüllen zu können. Fortdauernd habe ich den Mangel
der Bekanntschaft mit dem östlichen und südöstlichen Theil der Provinz als eine
grosse Lücke empfunden.
Ich folge auch hier zunächst meinem Reisewege, um mich dann einer zusam-
menfassenden Betrachtung zuzuwenden. Die Reise begann von Shanghai; doch
übergehe ich vorläufig den Theil, welcher durch die Grosse Ebene führte, um
sogleich bei dem Markt Wang-kia-ying, am Nordufer des alten Laufes des Gelben
Flusses und 12 g. M. WNW von der Stadt Hwai-ngan-fu in der Provinz Kiangsu
zu beginnen. Der erste Theil des zu beschreibenden Hügellandes gehört zwar
politisch zu dieser Provinz, bildet aber in geographischer Hinsicht nur die letzten
Ausläufer der Gebirge von Shantung.
Von Wang-kia-ying in Kiangsu bis I-tshöu-fu in Shantung
(vom 25sten bis 29sten März 1869).
Entfernungen in li (240 auf 1 Grad):
Wang-kia-ying — Yu-hiu-ti 25 — Lai-ngan-ti 25 — Tihung-kina-ti 25 — Yang-kina-ti 40 —
Su-tsiün-kilen 50 — Tihung-than-fu 35 — Sê-wei 35 — Liu-ma-tihwang 50 — Tan-
tshöng-kilên 60 — I-kia-tshwang 60 — I-tshöu-fu 50 li. — Zusammen 460 li oder 115 g. M.
Wenn man von Tshönu-kiang-fu nördlich reist, pflegt man dem Grossen Canal bis
dicht an den alten Lauf des Gelben Flusses zu folgen und dann den Landweg einzu-
schlagen, da man auf diesem viel Zeit erspart. Auch ich benutzte erst das Boot, um
möglichst bequem durch die Alluvialebene zu kommen, und verliess dasselbe bei dem
grossen Handelsplatz Tsing-kiang-pu, welcher belebter und wichtiger ist, als die benach-
barte Stadt Hwai-ngan-fu. Er verdankt dies zum Theil dem Umstand, dass von hier
aus die Handelsgüter verschiedene Wege einschlagen, theils der Nothwendigkeit, die-
jenigen, welche auf dem Grossen Canal weiter gehen sollen, auf andere Fahrzeuge zu
verladen, welche durch ihre Bauart geeignet sind, über die vielen, von nun an begin-
nenden sogenannten Schleusen gezogen zu werden.
Ein kurzer Weg führt von hier nach dem alten Bett, das der Hwang-hô durch
sechs Jahrhunderte inne hatte und von 1851 bis 1853 allmälig² verlassen hat, um sich einen
viel weiter nördlich gelegenen Lauf zu wählen. Dasselbe ist hier ungefähr 1300 Meter breit
und besteht grösstentheils aus einem flachen Boden, welcher mit der Ebene ausserhalb
ungefähr in gleichem Niveau, wahrscheinlich aber etwas höher liegt. Es bezeichnet die
Breite, welche der Strom bei Hochwasser hatte, und ist beiderseits von starken Dämmen
eingefasst. In diesem ebenen Bett ist ein gegen 200 Meter breiter und 4 Meter tiefer
Canal eingeschnitten, welchen der Fluss bei niedrigem Wasserstand, also während des
Winters, füllte. Auf seinem Boden sind noch zwei kleine Gräben erkennbar, die jetzt
trocken waren, im Sommer aber als Rinnsale für das sich ansammelnde Regenwasser
dienen mögen. Die Alluvien im Flussbett sind feinsandig und unterscheiden sich sehr
von denen des Yang-tsê-kiang. Am reinsten ist der Sand in dem tieferen Flussbett.
Mit Lehm vermengt bedeckt er die Ebene südlich vom Fluss bis gegen Kau-yu am
Grossen Canal.
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