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0217 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 217 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Etwas tiefer ist ein Sattel, der den Tshang-shan mit einem zweiten, 150 Fuss hohen
flachen Hügel verbindet. Die Strasse führt an dessen Fuss entlang. Tiefe Wasserrisse geben
schöne Entblössungen des violetten Porphyrits, der von Gängen eines striemigen, fleisch-
rothen, etwas quarzhaltigen Porphyrs durchsetzt wird. Darauf lagern porphyrische, wohl-
geschichtete Breccien, welche nach oben in rothe Conglomerate und Sandsteine mit SW
—NO Streichen und 30° NW Fallen übergehen. Nördlich von Sê'-noo ändert sich das
Streichen in SO—NW, das Fallen ist 30° NO. Die Sandsteine sind hier tief roth, sehr
mürbe und reich an Glimmerblättchen. Die Conglomerate haben dieselbe Farbe und
enthalten zahlreiche gerundete und eckige Bruchstücke von krystallinischen Schiefern.
Von der Höhe des Tshang-shan hatte ich eine weite Aussicht über die Ebene, die
ich nun verliess. Es zeigte sich, dass dies das letzte nach Süden vorgestreckte Ende
der von Norden herabkommenden niederen Hügelzüge ist. Es ist jedoch keineswegs Alles
Ebene, was man um sich ausgebreitet sieht. Im Südwesten, jenseits des Hwang-hô, erblickt
man weithin flache Hügel, anscheinend weniger hoch als der Tshang-shan, während im
Westen 600 bis 700 Fuss hohe Kuppen in ungefähr 12 g. M.¹) Entfernung aus einem
Grund aufsteigen, der sich wie eine breite tafelförmige Anschwellung über die Ebene
ausnimmt. Im Osten ist Ebene, die mir allmälig nach Norden anzusteigen schien, und
im fernen Ostnordost zeichnen sich darin einige isolirte Berginseln, offenbar die Gneiss-
hügel jenseits der Stadt Shu-yang-hsien.
Die Hügelgruppe des Tshang-shan ist ungefähr 18 g. M. lang. Sie liegt zwischen
den Flüssen Mo-hô im Westen und Shu-hô im Osten. Nördlich von ihr breitet sich
lehmig-sandiges Alluvialland zwischen beiden aus, während im Osten des Shu-hô²) ein
continuirlicher Hügelzug von 50 bis 250 Fuss Höhe aufsteigt, der, wie die Formen, die
Wasserrisse und die Farbe des Gesteins verrathen, aus derselben Rothsandstein-for-
mation besteht, die ich eben beschrieb.
Ungefähr 8 li nördlich von dem bedeutenden Marktflecken Liu-ma-tshwang steht
der Grenzstein von Shantung. Ein kleiner Anstieg ist bei Tau-tshong-hsien, welches auf
Loss liegt. Diese Bodenart hält weiterhin am Wege an. Zur Linken, westlich vom
I-hô, ist ein Hügelzug von weisslicher Farbe und steilen Formen. Wahrscheinlich stammt
von ihm der Quarzporphyr, welcher hier allenthalben zu Bauten und Mauern ver-
wendet wird. Nur für den Quaderbau bedient man sich des aus grösserer Ferne her-
beigeführten globulitischen Sinischen Kalkes.
Die einzige Stelle an der Strasse, wo ein geologischer Aufschluss stattfindet, ist an
dem Uebergang über den I-hô bei Li-kia-tshwang. Schon auf der Ostseite treten in

geringer Entfernung vom Fluss plötzlich rothe Sandsteine an die Oberfläche des Thalbodems
heran, ohne jedoch über ihn aufzuragen. Das Flussbett selbst ist reiner Sand. Das
westliche Ufer besteht aus Abbrüchen sehr weicher und mürber Sandsteine von
gelber und rother Farbe, welche NNW—SSO streichen und 8° ONO fallen. Ihr tuff-
artiger Charakter lässt vermuthen, dass sie derselben Formation angehören, wie die rothen
Sandsteine des Tshang-shan. Darüber lagert ein sehr feinertiger, stark glimmerhaltiger,
sandig-lehmiger Alluvialboden. Der I-hô war an dieser Stelle jetzt 200 bis 400 Fuss
breit, bei 3 bis 6 Fuss Tiefe. Die Hochwassermarke aber lag 18 Fuss höher und zeigte