国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0220 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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mit Lehm ausgeschmiert werden. Am Boden wird ein Kohlenfeuer gemacht und dann
das Grubenklein darauf geschüttet. Die Füllung wird mit Thon und nassem Kohlenstaub
bedeckt. Die Gase entweichen durch sechs eingesetzte thönerne Essen. Man erhält
einen vorzüglichen, reinen Coke. Die Preise sind wegen der kostspieligen Arbeit hoch.
Der Transport geschieht auf Schiebkarren, und zwar ausschliesslich in der Richtung nach
Osten, da nur dort keine Gruben vorkommen. Die Stückkohle wird in I-tshóu-fu selbst
verbrannt. Weiterhin kann nur noch der Coke, die Kosten des Transportes vertragen,
da eine Ladung desselben einen viel bedeutenderen Betrag an Heizkraft enthält, als ein
gleiches Gewicht Steinkohle.
Die Eisenerze (Rotheisenstein und Brauneisenstein) werden, trotz ihrer vorzüg-
lichen Qualität und grossen Quantität, technisch nicht verwendet. Die Bewohner kennen
ihren Werth, sagen aber, dass sie das Verschmelzen nicht verstehen, und haben kein
Bedürfniss, sich in der Provinz Shansi, von der sie ihr Roheisen beziehen, mit der Technik
bekannt zu machen. Allerdings gibt es, wie überall in den Kohlendistristen, einige Eisen-
hütten. Aber es sind nur Giessereien, in denen man das alte Eisen der Gegend mit
Zusatz von Roheisen aus Shansi vermischt. Sie sind nicht nur wegen der Trefflichkeit
ihrer Producte rühmenswerth, sondern auch wegen ihrer praktischen Einrichtungen. So
besteht eines der Hauptproducte in Pflugeisen. Der Bauer oder der Unternehmer, welcher
sie in der Gegend aufsammelt, gibt die alten, stumpf gewordenen Eisen ab, und erhält
für jedes ein neues gegen Entrichtung von 50 tsién (18 Pfennig).
Das Kohlenfeld von I-tshóu-fu hat eine beträchtliche Ausdehnung nach Westen und
Süden, weit über die hier beschriebenen Grenzen hinaus, und dies ist der Grund, wess-
halb der Transport von den angegebenen Gruben nur nach Osten und Südosten statt-
findet. Auch beschränkt sich der Bergbau auf die äussersten Grenzen, da man von
ihnen aus die weitere Gegend am billigsten versorgen kann. Von Bedeutung sollen
besonders die Gruben im Norden von I-hsien sein, da von hier die Kohle auf dem
Grossen Canal nach weiten Entfernungen gebracht werden kann. Tiefe Bohrlöcher sind
nie gestossen worden. Ein einziges derselben, zweckmässig angelegt, würde, der regel-
mässigen Lagerung wegen, leicht das ganze System der Kohlenschichten aufschliessen
und seinen vermuthlich bedeutenden Werth darlegen. Die wichtigste geologische Frage
ist die Altersbestimmung der rothen Sandsteine. Sind dieselben, wie es wegen des
gleichmässigen Einfallens und mancherlei Analogie mit südlicheren Gegenden scheinen
möchte, und wie ich es an Ort und Stelle mit Sicherheit annahn, zu den Kohlen-
gebilden, so würde man diese unzweifelhaft unter den Schichten bei I-tshóu-fu und Li-
kia-tshwang antreffen; ebenso, wiewohl in grösserer Tiefe, unter dem Hügelland des
Tshang-shau und des Ti-kin-shan. Ich werde erst bei Betrachtung des Gebirgsbaues
die Gründe erörtern können, welche mir später die angegebene Altersbestimmung der
rothen Sandsteine unsicher und ihre Zugehörigkeit zu den Sinischen Schichten möglich
erscheinen liessen. Sollte dies sich bestätigen, so würde die Zukunft des Kohlenfeldes
von I-tshóu-fu eine wesentlich geringere sein. Immerhin wird es auch im ungünstigsten
Fall einen besonderen Werth wegen seiner Lage und seines Reichthums an guten Eisen-
erzen erhalten. Die Qualität der Kohle wird sich voraussichtlich bedeutend verbessern,
wenn man tiefer arbeitet. Ein einfacher Schienenweg, selbst ohne Dampfkraft, würde
genügen, um die Kohle billig auf die Fahrzeuge des Grossen Canals zu bringen.
Von I-tshóu-fu nach Tai-ngan-fu
(31sten März bis 5ten April 1869).
Entfernungen in li:
I-tshóu-fu — Pan-tshóng 45 — Tsing-to-u 45 — To-tshwang 45 — Mong-
yin-hsién 25 — Ngu-shang 68 — Hsin-tai-hsién 22 — Tshíng-ku-tshwang 30 — Yong-
liu-tén 35 — Kwon-hian 14 — Tsui-kia-tshwang 35 — Tai-ngan-fu 43 li. — Zusammen
452 li oder 113 g. M.
Bei Pan-tshóng, 45 li nördlich von I-tshóu-fu, ist der Bau der langen, flachen,
durch breite lehmige sandige Thalsohlen getrennten Höhenzüge zu Ende. Einmal noch
treten an dem Weg von der Stadt nach diesem Dorf die Kohlengebilde zu Tage.
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