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0221 China : vol.2
China : vol.2 / Page 221 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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sonst ist Alles Alluvium, in das die breiten Sandbetten kleiner Flüsschen eingesenkt
sind. In Front steigen die steilen Gehänge des Gebirges an, das durch seine Formen
die Zusammensetzung aus krystallinischen Schiefern verräth. Zur Rechten davon öffnet
sich eine breite Einsenkung, in der nun die Strasse nach Norden führt. Aber statt des
erwarteten Alluviallandes durchziehen die Schichtenköpfe anstehenden Gesteins den flachen
Boden und gewähren reiche Aufschlüsse.

Sinische Schichtfolge am unteren Tung-Wönn-hö. — Unmittelbar hinter
Pan-tshong steigt der Thalboden um einige Fuss an. Seine Oberfläche ist mit Kalkstein-
stücken bedeckt. Sie stammen aus einem jugendlichen Conglomerat, dessen
Schichten W—O streichen und 15° N, also dem Gebirge zu, fallen. In allen Wasserrissen
ist dieses Gebilde blossgelegt und es steht in schroffen Abbrüchen an. Es besteht aus
kantigen, wenig gerollten Kalksteinstücken, welche durch ein kalkiges Cement fest aneinan-
dergekittet sind. Durch ihre Zusammensetzung wie durch ihre geneigte Lagerung stehen
diese eigenthümlichen, sehr jugendlichen Ablagerungen ganz isolirt da. Nun folgt eine
Reihe alter Formationen, und zwar:
A) Krystallinische Schiefergesteine mit zahlreichen Quarzgängen. Sie strei-
chen erst WzN—OzS und fallen 45° S; aber bald wird ihr Streichen und Fallen
regellos, und es stellen sich Faltungen ein. Quarz-Feldspath-Gesteine von lichten
Farben und Quartzite walten vor. Zum Theil enthalten sie viel Glimmer, ohne
jedoch einen ausgesprochenen Charakter von Gneiss oder Glimmerschiefer anzuneh-
men. Für eine Strecke von 20 li hat man nichts als diese Gesteine. Die Ober-
fläche ist wellig und trägt einen ganz unfruchtbaren Boden; daher ist die Gegend
öde und unbewohnt. Die Strasse ist durch den Wechsel in der Härte der Schichten-
köpfe, über die sie quer hinwegführt, sehr uneben.
B) Bei dem Dorf Lin-yu beginnt, mit veränderter Lagerung, eine andere Formation,
welche der Sinischen Schichtenreihe angehört. Das Streichen bleibt durch-
weg WzN—OzS, das Fallen 25° NzO. Unmittelbar auf den krystallinischen Ge-
steinen ruht s. Fig. 38 auf der folgenden Seite:
1) Dünnplattige, ebenflächige, thonig-kalkige Gesteine, nach zwei Richtungen
zerklüftend, die sich unter spitzem Winkel kreuzen.
2) Gelblichrothe feste Sandsteine, aus denen die Häuser des Dorfes gebaut sind.
3) Ein porphyrisches Gestein.
4) Rother Sandstein.
5) Dünnplattiges Gestein wie 1); z. Th. dünnplattige Kieselkalke mit thonigen
Zwischenblättern.
6) Grobkörnige, mürbe, tuffartige Sandsteine von gelblicher Farbe.
7) Grünstein.
8) Dünnplattige Gesteine, wie 1) und 5).
Diese Gesteinsreihe steht in der Strasse des Dorfes selbst an. Die Eruptivgesteine haben
keinen wesentlichen Einfluss auf die Neigung der Schichten ausgeübt. Hinter dem Dorf folgt
ein Hügel von 250 Fuss Höhe, dem sich flachhügeliges Land einschliesst, jedoch stets mit
einer Einfassung durch höher ansteigende Gebirge zur Rechten und Linken. Am Fuss
des Hügels steht 9) verwitterter Gneiss mit Grünsteingängen an. Auf denselben folgen
in ungestörter Lagerung, mit dem vorher angegebenen Streichen und Fallen:
10) Dünnplattiges Gestein, wie 1), 5), 8), nach oben mehr und mehr
schieferig. Diese Schiefer sind in Contact mit Grünstein zu einem festen
grünen Gestein umgewandelt. Die Mächtigkeit ist wenigstens zu 300 Fuss.
11) Feste röthliche Sandsteine, dickbankig, vielfach zu Bau-
material benutzt, wenigstens . . . . . . . . . . . . . . . 400 „
12) Weiche, hochrothe, glimmerige Schiefer, sehr dünn-
schichtig, zerbröckelnd . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150 „
13) Kalkstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200 „
14) Rothe Schiefer wie 12) . . . . . . . . . . . . . . . . . 120 „
Die Ueberlagerungen von 10) bis 14) sind ganz regelmässig. Es folgt nun eine kleine
Aenderung des Streichens zu NW—SO, mit 25° NO Fallen:
15) Dickbankiger Kalkstein . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Fuss.
16) Gelbe, plattige Schiefer, kalkig . . . . . . . . . . . . 20 „
17) Rothe Schiefer, wie 12 und 14, sehr mächtig.