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0238 China : vol.2
China : vol.2 / Page 238 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Areal des ganzen Reviers beträgt kaum mehr als 10 bis 15 g. Quadratmeilen, also
weniger als eine deutsche Quadratmeile. Die Bedeutung des weitberühmten Kohlenfeldes
liegt daher nicht in seiner Grösse, sondern vielmehr in der Leichtigkeit des Abbaues.

Der Hö-shan s. Fig. 46) besteht aus mürben Sandsteinen von grauer und bräun-
licher Färbung, knollig zerbröckelnden grauen und blauen Thonen, und schwarzen, glim-
merigen, eisenkieshaltigen Schiefern, die an der Luft stängelig zerfallen. Diese Gesteine
wechseln vielfach mit einander und sind auf der Höhe des Berges von einem ungefähr
300 Fuss mächtigen festen Quarzsandstein überlagert. Das Liegende konnte ich nicht
beobachten. Streichen und Fallen wechseln; doch ist die Neigung stets gering, oft
sohlig. Als vorherrschend lässt sich schwaches nordöstliches und nördliches Fallen
bezeichnen. Die Kohlenflöze sah ich nirgends ansheissen, obgleich zuweilen längere
Schichtenentblössungen vorhanden sind. Die Lage der Halden alter Gruben, deren oberste
unmittelbar unter tlem kappenden Sandstein sind, während die tiefsten Schachte am
Ostabhang noch 100 Fuss unter das der Beobachtung zugängliche Niveau herabreichen,
gestattet den sichern Schluss, dass mehrere Flöze vorhanden sind; doch vermochte ich
die Zahl nicht zu bestimmen.

Was das Altersverhältniss betrifft, so suchte ich vergebens nach deutlichen Pflanzen-
resten. Auf den meisten Gruben wird keine Bergart gefördert, und auf alten Halden
gab es nur undeutliche Stengel in zerfallenden Schiefern. Dagegen hatte ich das Glück,
am Westabhang im Hangenden eines Flözes eine versteinerungsführende Kalkbank zu
entdecken; es kommen darin meist Brachiopoden vor, darunter dieselben wie am Tö-shan-
man, unter anderen Arten auch Productus semireticulatus. Bei dem ersten Ueberblick
der Gegend schien es, als ob die Schichten des Hö-shan unter den Kalkstein des Riegels
von Po-shan fallen müssten. Doch wurde es bald klar, dass sie an die steile Südmauer
desselben anstossen, und hier wiederum eine jener grossen Verwerfungen vorliegt,
an die ich mich in Shantung gewöhnt hatte. Es lässt sich mit ziemlicher Bestimmtheit
aussprechen, dass die Schichten des Hö-shan die obere Fortsetzung derjenigen von Po-shan-
man sind. Sie letzteren müsste man also, nach Südwesten gehend, im Liegenden finden,
darunter die Kalksteine 1; und wahrscheinlich würde man unter diesen die Sinischen Kalke
antreffen.

Die zwei bedeutendsten unter den jetzt in Betrieb stehenden Gruben sind bei dem
Topfdorf Ku-ta-wan. Sie haben ungefähr 100 Fuss Höhenunterschied. Jede von ihnen
arbeitet durch einen Schacht. Der der unteren ist 200, der
der oberen 260 Fuss tief. Es sind grosse gemauerte Schächte
von kreisrundem Querschnitt. Im unteren geschieht die För-
derung durch vier Pferde in derselben Art wie bei Tshang-kin
S. 200), da dort viel Wasser zu heben ist. Im oberen bedient
man sich nur einer mächtigen Winde, die durch zehn Mann
gedreht wird. Zur Förderung werden Körbe kwang) benutzt,
welche eine Ladung von 300 kin fassen sollen, was mit
ihrem Kubikinhalt von ungefähr 2×2×2 Fuss gut überein-
stimmt. Da die Mündung kleiner als der Querschnitt ist, so
kann immer ein gleiches Förderquantum eingefüllt werden,
und dies ist von Wichtigkeit, weil der kwang das Maass für
den Verkauf bildet. Beide Gruben bauen das nämliche Flöz
ab. Die Mächtigkeit desselben wurde von verschiedenen
unabhängig Gefragten übereinstimmend zu 6 bis 8 Fuss angegeben. Der Bergbau soll
leicht sein und ohne Zimmerung geschehen. Auf der unteren Grube wurde die tägliche
Förderung zu 400, auf der oberen zu 300 kwang angegeben, was 80 und 60 Tonnen
entspricht. Die Kohle ist meist grosse Stückkohle von vorzüglicher Qualität; sie wird zu
500 tsien per kwang (S 2.08 oder M. 9.36 die Tonne) verkauft. Eine geringere Grösse ist
billiger. Das Grubenklein wird zu Coke verbrannt, der in grossen säulenförmigen Stücken
in den Handel kommt.

Ausser diesen Gruben sind noch einige recht bedeutende in Betrieb. Andere sind
klein. Auffallend ist es, dass bei Gruben, die auf schwach geneigte, einen Berg durch-
ziehende Flöze angelegt sind, die Förderung ausschliesslich durch Schächte geschieht.
Ich sah nicht einen einzigen Stollen. Die Ursache ist darin zu suchen, dass man einen
Schacht an brüchigen Stellen leichter ausmauern kann als einen Stollen, Zimmerung aber