国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0239 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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bei dem gänzlichen Holzmangel und bei der jetzigen Beschaffenheit der Verkehrsmittel
ausser Frage steht.
Nach Zusammenstellung verschiedener Erkundigungen schätze ich die jährliche Kohlen-
förderung von Po-shan auf 150,000 Tonnen, was für einen chinesischen Ort bedeutend
ist. Es verdankt die hohe Ausbeute dem Umstand, dass die Verhältnisse dem einheimischen
Bergmann günstig sind, insofern die Wassergewältigung gering ist. An zukünftiger Bedeutung
aber steht das Kohlenfeld wahrscheinlich hinter denen von I-tsheu-fu und Tshang-hiu
zurück, obgleich diese jetzt untergeordnet sind. Fremdes Capital, dessen Betheiligung
an dem Kohlenbergbau von Po-shan wiederholt angeregt worden ist, würde hier seine
Rechnung nicht finden. Denn die Concurrenz mit den einheimischen Grubenbesitzern
würde nicht leicht zu überwinden sein, da die sehr kostspieligen Anlagen für einen
billigeren Transport der Kohle denselben zu Gute kommen würden. Po-tsiün ist viel
günstiger gelegen, um 70 li näher an der Hauptstrasse, nur 110 li von Tai-nan-fu, und
noch weniger von Hwang-hô entfernt. Maschinen könnten mit der einfachen Handarbeit
nur dort wirksam concurriren, wo sich dieser erhebliche Hindernisse in den Weg stellen,
die durch jene überwunden werden.
Gegend im Westen von Po-shau-hsien. — Die Untersuchung der im Osten
und Süden des Hi-shan gelegenen Gebirge, welche zu einer vollständigen Beschreibung
des Kohlenfeldes erforderlich sein würde, habe ich leider nicht ausführen können. Zur
Ergänzung gebe ich noch die Ergebnisse eines Ausfluges nach dem westlich gelegenen
Yüén-shan, dessen aus der Ferne deutlich sichtbare Schichtgebilde meine Aufmerksamkeit
erregten. Er liegt 4 g. M. WzS von der Stadt, trägt auf dem Gipfel einen kleinen
Tempel und ist mit einem heiligen Hain bewachsen. Seine Höhe fand ich 1910 Fuss
über Po-shan. Da er der höchste Berg der Gegend ist, so gewährt er eine freie Rund-
sicht. Wenn man von Po-shan nach Westen blickt, so fällt zunächst ein Höhenzug auf,
der sich steil aus dem Thal erhebt, und dessen Firstlinie eine treppenförmige, durch die
ungleiche Festigkeit der sie zusammensetzenden, westöstlich streichenden und 6 bis 7°
nördlich fallenden Schichten verursachte Gestalt hat. Bei dieser Lagerung erscheint es
auf den ersten Blick als ein schwer erklärlicher Umstand, dass der Ostabhang, welcher
die fast horizontalen Schichten in unregelmässigen Formen durchschneiden sollte, eine
wenig unterbrochene, einförmige Böschung bildet, und der Fuss desselben in einer geraden
Linie verläuft. Diese Räthsel liessen sich lösen; denn das Innere des Gebirges ist durch
tief eingeschnittene und verzweigte Thäler auf das Mannigfaltigste gegliedert und in seinem
Bau aufgeschlossen.
Das folgende Profil (Fig. 43. auf folg. Seite) zeigt die Firstlinie des Yüén-shan von Süd
nach Nord in einer Länge von ungefähr 5 g. Meilen. Die Grundlage bildet:
1) Gneissgranit, bestehend aus viel Quarz, fleischrothem Orthoklas, sehr wenig
grünlichem Plagioklas und schwarzem Glimmer. Weiter östlich, in der Tiefe der
Thalschluchten, fand ich vorherrschend Gneiss, mit Einlagerungen von Horn-
blendeschiefer, und wechselnd mit Granit; ganz ähnlich wie am Tai-shan. Das
Streichen ist N 33° W, das Fallen steil nach WSW, also Beides übereinstimmend
mit jenem Berg. Darauf folgen:
2) Kalkstein mit Knauern und Zwischenlagen von Hornstein.
3) Gelbe dolomitische plattige Schiefer.
4) Dolomit, z. Th. drusig krystallinisch.
5) Rothe, sehr feinschichtige Schieferthone mit glimmerigen Schichtflächen;
darin Zwischenlagen von gelben Schiefern und Bänke von Rauchwacke.
6) Hellgrauer kieseliger Kalk mit narbigen Schichtflächen und grüner talkiger
Substanz in den Narben.
7) Rothe, sehr dünnschichtige Schieferthone mit glimmerigen Schichtflächen;
ungefähr 350 Fuss mächtig.
8) Grauer dickbankiger Kalkstein.
9) Schieferthone wie 7.
10) Globulitischer Kalkstein; dunkle Körner von Kalkspath in heller Kalk-
masse, bei der Verwitterung hervortretend.
11) Schieferthone wie 7 und 9. Sie schliessen mit Kieselkalken, welche den unter
6) angegebenen gleichen.
12) Dunkler globulitischer Kalkstein.
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