National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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einen Engpass, in welchem man eine wol an 2500 Fuss mächtige Folge dickbankiger
Kalksteine, die weit im Hangenden unsrer Schichtfolge (2—17) auftreten, quer durch-
wandert. Die Lagerung ist aber nicht mehr nahezu horizontal, wie vorher, sondern die
Schichten streichen NzW—SzO und fallen ungefähr 45° östlich. An dieser Stelle verhindern
die tiefen Thaleinschnitte die Beobachtung ihrer Ver-
bindung mit dem Plateau-Bau. Aber an einer hervor-
ragenden, weiter nördlich gelegenen Kuppe, die wegen
des nördlichen Einfalls aus höheren Schichten des
Systems besteht als der Yüen-shan, sieht man deutlich die
Umbiegung nach Osten (s. Fig. 45). So versinkt das ganze
System, das von Tshang-ksin bis hieher in regelmässigen
Horizontallinien fortzog, in das Thal des Hsiau-fu und
überlässt einem anderen Schichtensystem die Zusammen-
setzung der Oberfläche. Damit erklärt sich auch
die vorher hervorgehobene Eigenthümlichkeit der gleich-
förmigen Böschung des Ostabfalls des Kalkgebirges und
des geraden Verlaufs seiner Einfallslinie, sowie die
Anlagerung fast ungestörter kohlenführender Schichten.
Wir haben hier abermals eine Gebirgsverwerfung,
und zwar in beinahe meridionaler Richtung.
Verwerthung der Kohle. — Der grösste
Theil der Stückkohle und des Coke dient zur Versor-
gung der reichbevölkerten ebenen Gegenden, welche
sich sowohl zwischen den Ausläufern des Gebirges,
als von ihnen bis zum Meer ausdehnen. Von einem
Schiffahrtsplatz am Hsiau-Tung-hö wird sie nach ein-
zelnen Orten an der Küste gebracht, wo aber ihr Preis
schon sehr hoch für gewöhnlichen Consum ist. Auch
nach Süden wird, trotz des Vorkommens und der För-
derung von Kohle in dem District von Lai-teu-hsien,
die Kohle von Po-shan gebracht; insbesondere findet
der Coke eine weite Verbreitung. Wahrscheinlich wird
der Lai-teu der Preis durch Wasserhebung und andere
Schwierigkeiten so vertheuert, dass die Concurrenz
ermöglicht wird. Als Mittel zum Transport dient fast
ausschliesslich der Schiebkarren. Die Ladung für einen
durch zwei Mann bewegte Karren beträgt 400 kin; der
Fuhrlohn 200 tsien für 10 li. Da sie täglich 30 bis
40 li zurücklegen, so verdienen sie 300 bis 400 tsien
pro Mann, während der gewöhnliche Tagelohn in Po-
shan 200 tsien beträgt. Der Transport berechnet sich
zu 5 tsien für das chinesische Pfund für je 100 li.
Nach Norden gehen auch zweirädrige Frachtwagen. Die
grössten laden 2000 kin; es müssen 5 Pferde vor-
gespannt werden, um täglich 2 bis 3 deutsche Meilen
zurückzulegen.
Den Rest der Kohle verwerthen die Industrien
von Po-shan. Ich erwähnte der umfangreichen Töpfe-
reien. Man macht in ihnen nur ordinäres Geschirr,
versorgt aber damit einige Millionen Menschen von
Shantung allein. Es gibt auch Eisenwerke; doch pro-
duciren sie nur Gusswaare, aus altem Eisen mit Zusatz
von Roheisen aus Shansi. Auffallend ist die Seltenheit
von Eisenerzen in den Kohlenschichten von Po-shan. Am meisten finden sie sich in den
Kalksteinen und Dolomiten der Liegenden; die schwarzen Schiefer führen thonigen Sphäro-
siderit, aber in geringer Menge und von niedrigem Gehalt. Bedeutend ist die Fabrication
von Eisenvitriol und rothem Eisenoxyd als Farbstoff. Als Material dient Eisen-
kies, der sich in einzelnen Kohlenschlefern in grosser Menge in Gestalt strahliger Massen
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