National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Dolerit-Conglomerat. Auch ohne jede Aussicht und ohne an-
stossendes Gestein würde hier der Reisende wissen, dass er
sich in einer vulcanischen Gegend befindet. Denn von dem
Fluss bis Wei-hsien sind alle Häuser und Mauern aus Basalt
und Dolerit gebaut.
Das Kohlenfeld von Wei-hsien (22ster April).
Die Stadt Wei-hsien ist ein altes, durch seinen Reichthum
berühmtes Handelscentrum des nördlichen Shantung, und zugleich
der Knotenpunkt eines Netzes von Strassen, so dass daselbst ein
reges Treiben herrscht. Sie liegt auf Alluvialboden und wird
durch den Psi-lang-hô in zwei Theile getrennt. Links ist die
Beamtenstadt mit einer Umfassungsmauer von gewöhnlicher Be-
schaffenheit, rechts die Handelsstadt, welche erst seit Kurzem
durch eine Mauer geschützt worden zu sein schien. Die letztere
ist sehr stattlich und ganz aus behauenen Blöcken von vulca-
nischem Gestein erbaut, während für den Quaderbau der grossen
Thore Sinischer Kalkstein verwendet ist. Auch monumentale
Zierden, insbesondere Psi-lou's¹), gibt es in Menge. Die Strasse
führt von hier aus nach Osten. Ich unternahm einen Ausflug nach
dem im Süden gelegenen Kohlenfeld. Wenn man die Doppelstadt
in dieser Richtung verlässt, so befindet man sich auf einer frucht-
baren und mit Dörfern besetzten Ebene. Im Westen sieht man
die Vulcanenreihe bis nach dem fernen Südwesten sich ausdehnen,
während nach Süden und Osten das Land in der Ferne in Gestalt
langer, flacher Wellen zu unbedeutender Höhe ansteigt. Nur einige
wenige Kuppen ragen darüber hervor; sonst sind keine Gebirge
nach diesen Richtungen zu sehen. Man erwartet daher kaum, in
geringer Entfernung ein Kohlenfeld von Bedeutung und ein in-
teressantes geologisches Profil zu finden.
Vom Alluvium gelangt man unmerklich auf den Löss, der
sich, wie überall, durch die tiefen staubigen Hohlwege und die
Concretionen bemerkbar macht. In der Entfernung von 20 li
südlich von Wei-hsien erscheinen rechts von der Strasse die ersten
Kohlengruben. Sie sind meist verlassen; die alten Halden wurden
jetzt von armen Leuten nach Kohlenstückchen durchsucht. An
der Oberfläche ist nur Löss. Beim Brunnengraben mag man auf
das Kohlenflöz gestossen sein, das sich mit geringer Neigung nach
Norden verflacht. Man baute die oberen Teufen ab und musste
nach und nach die Schachte weiter nördlich ansetzen. Die letzte
Grube, auf der man so eben wegen Wassers die Arbeit eingestellt
hatte, wurde durch einen Schacht von 120 Fuss Tiefe erreicht.
Die Mächtigkeit des Flözes wurde mir von Mehreren überein-
stimmend zu 3 bis 5 Fuss angegeben. Es lagen auf Haufen noch
gegen 1000 Tonnen Kohle, nach der Grösse gesondert. Die
Stückkohle wurde zu 600 tsün für den kwang (Förderkorb) von
150 kin verkauft, d. i. $ 5 oder M. 22.50 die Tonne. Die
Kohle cokt nicht und ist stark durch Eisenkies verunreinigt.
Das Hangendgestein ist Sandstein mit verkohlten undeutlichen
Pflanzenresten. Es wurden eben zwei neue Schachte an solchen
Stellen gesenken, wo man noch in geringer Teufe unverrütetes
Feld hatte. Nach dem Fallen kann man das Flöz nicht weit
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