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| 0257 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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II. Aeltere nichtmetamorphische Formationsreihe, oder die
wenig gestörten Auflagerungsgebilde.
Ein grosser Zeitraum trennt die bisher betrachteten Sedimentformationen von
denen, welche sich auf ihrer unebenen und stark gebirgigen Oberfläche ablagerten
und noch heute eine zwar zerstörte, aber durch kleinere Faltungen fast gar
nicht betroffene Decke von Schichtmassen bilden. Sie reichen bis mindestens zum
Rothliegenden herauf. Der grösste Theil wird eingenommen durch
5. die Sinische Formationsreihe, deren oberer Theil nach unseren früheren
Erörterungen (S. 108) dem Cambrischen entspricht und bis zum Untersilur
fortsetzt. Ich gehe zunächst noch einmal im Allgemeinen auf ihre Gliederung ein.
Nichts ist für die Geologie von China charakteristischer, als die lange Reihen-
folge von Sedimentgebilden, welche wir früher mit diesem Namen bezeichneten.
Schon in Liauting erwies sie sich, in scharfem Gegensatz zu Allem was darunter
liegt, als das Product einer durch lange Perioden ohne wesentliche Störung
geschehenen Ablagerung, wobei, neben dem Material, wahrscheinlich auch die
Meerestiefe, in welcher der Absatz geschah, wechselte. Ohne bemerkenswerthe
Abweichung in der Gleichförmigkeit lagert Schicht auf Schicht. Im untersten
Theil fanden sich dort die Sedimente rein sandig, im obersten beinahe rein kalkig,
in den Zwischengliedern von veränderlicher Beschaffenheit, im Wesentlichen aus
einem Wechsel von Kalken mit sandigen oder thonigen Schichten bestehend;
und zwar zeigte sich, wenn wir die Kalke allein in's Auge fassen, ein allmäliges
Fortschreiten von stark kieseligen zu reinen Abänderungen, und wenn wir nur die
Zwischenschichten betrachten, eine Entwickelung von sandigen zu thonigen Ge-
steinen. In einem gewissen Niveau, welches dem oberen Theil der Formation
angehört, stellten sich dunkle, durch Einschluss dicht gedrängter, globulitischer
Körner bestimmt charakterisirte Kalke ein, in denen die Primordialfauna auftritt, und
von da an nach oben fanden wir diese in den Kalken zum Theil reichlich vertreten.
Die globulitischen Kalke, in denen die Spuren von Trilobiten selten
fehlen, sind petrographisch das bemerkenswertheste Glied der ganzen Reihe im
nördlichen China. Ihr Ansehen ist so eigenartig, dass man an ihnen die For-
mation stets zweifellos erkennt. Von den entlegensten Punkten kann man Handstücke
schlagen, welche einander zum Verwechseln ähnlich sind. Die Schichten lassen
sich den Nummulitenkalkeu vergleichen, welche, auch wenn man sie von rein
petrographischem Gesichtspunkt betrachtet, immer erkennbar sind und dasselbe
Niveau bezeichnen. Bei ihnen ist kein Zweifel über die organische Natur der
Einschlüsse. Bei den globulitischen Kalken lässt sich nur vermuthen, dass die
Kügelchen von Organismen herrühren. Es scheint, dass mit der Primordialfauna
kleine organische Körper in allgemeinster Verbreitung in den kalkigen Gebilden des
Meeresbodens zum Absatz kamen und selbst verkalkt wurden, ohne eine eigene
Structur zu hinterlassen. Mag man die organische Natur der Globulite annehmen,
oder nicht, jedenfalls ist die Voraussetzung gerechtfertigt, dass ein so fremdartiger
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