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0258 China : vol.2
China : vol.2 / Page 258 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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und weit verbreiteter Absatz, der nur in einer gewissen geologischen Periode vor-
kommt, auch einen bestimmten, allenthalben nahezu gleichen Horizont in derselben
andeutet. Sie wird dadurch gestützt, dass jenes Gestein, welches wir als Wurm-
kalk bezeichneten, und das gleichfalls ein durchaus eigenartiges Gebilde ist, überall
in einem wenig höheren Niveau liegt, als die globulitischen Kalke, so dass wir in ihnen
einen zweiten Horizont zu haben glauben. Gibt es doch in Europa ähnliche petro-
graphische Horizonte, deren Synchronismus durch Versteinerungen erwiesen ist: wie
z. B. die Virgloriakalke in den Nordalpen und Ungarn.
Nehmen wir, in Ermangelung einer an verschiedenen Stellen durchgeführten
palaeontologischen Gliederung, die globulitischen Kalke, oder vielmehr deren erstes
Erscheinen, als ein bestimmtes Niveau an, so lässt sich einigermaassen übersehen,
was in einzelnen Gegenden über, und was unter diesem Horizont liegt. Es stellt
sich bei einem grossen Ueberblick heraus, dass die höheren Theile überall im
nördlichen China nahezu gleichartig, die unteren ausserordentlich ungleichartig
entwickelt sind. An manchen Orten lagern die globulitischen Kalke unmittelbar
auf Gneiss; an anderen sind einige hundert Fuss Sedimente zwischen ihnen
und der Unterlage der Sinischen Gebilde, und noch an anderen Stellen sind sie
von derselben durch Schichtmassen von mehreren tausend Fuss Mächtigkeit getrennt.
Dies erklärt sich durch die Ungleichheit des Meeresbodens, in dem die Ablagerung
stattfand. Alle Formationen, welche an seiner Zusammensetzung theilnehmen,
sind bedeutend älter als die Sinische Reihe, und auf unseren weiteren Wanderungen
werden sich die Beweise dafür mehren, in wie ausserordentlichem Maass sie zu-
sammengefaltet, gehoben und zu schroffen Gebirgen ausgewaschen waren, als die
Senkung des vormaligen Festlandes unter das Meer, und damit der Absatz der
tiefsten sandigen Sedimente der Sinischen Reihe, begann. Aus den Tiefen-Unter-
schieden erklärt sich auch die petrographische Verschiedenheit im Charakter der
ältesten Sedimente, selbst wenn wir sie nur innerhalb des Raumes einer Provinz
von China mit einander vergleichen. Beispiele von der Unebenheit des Meeres-
bodens jener Zeit geben die Quarzitklipppen von Sai-ma-ki (S. 92), oder die Nord-
gehänge des Tai-shan (S. 196).
Indem ich nun die Beobachtungen in Shantung mit denen in Liautung zu-
sammenfasse, glaube ich drei Abtheilungen der in Rede stehenden Formation
unterscheiden zu können, welche sich als Unter-, Mittel- und Ober-Sinische Abthei-
lung bezeichnen lassen:
a. Die Unter-Sinische Abtheilung umfasst die verrucanoartigen und in
Verbindung mit Porphyr auftretenden tiefsten Gesteine von Liautung und die
Yungning-Sandsteine (S. 72, 73). Die ersteren habe ich in Shantung nicht
beobachtet, dagegen findet sich ein Analogon der Riffqfarze von Fu-tshöu (S. 75)
in den weit mächtigeren gleichartigen Gebilden bei Tong-tshön-fu (S. 218). Hier
sind sie überdies von einer Quarzbreccie überlagert, und aus dieser erst entwickeln
sich die rothen Sandsteine der Formation, zu unterst mit grünen, dann mit charak-
teristischen rothen Flecken, die an anderen Stellen häufig darin wiederkehren.