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0264 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 264 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Der Gegensatz ist um so auffallender, als die Trennungslinien zwischen den Formatio-
nen der westlichen Seite rechtwinklig zum Lauf des Wei-hô streichen. Die tekto-
nischen Verschiedenheiten, die an dieser Stelle besonders in die Augen fallen, weil
sie nur durch ein sandiges Flussbett getrennt werden, sind maassgebend für die
beiden Abtheilungen des Gebirgslandes, welche wir als das westliche und öst-
liche Shantung bezeichnet haben. Wir betrachten Beide getrennt und bemerken
im Voraus, dass sich dieses in seinem Bau an Liautung, jenes an Shansi anschliesst.
Es ist bemerkenswerth, dass der Contrast sich hinsichtlich des recenten Gebildes
wiederholt; denn im westlichen Shantung ist die Lössbedeckung sehr allgemein
verbreitet; im Osten findet sich noch ein Rest davon auf dem niederen Land zwischen
Wei-hô und Kiau-ho; dann ist sie spurlos zu Ende.

Tektonik des östlichen Shantung.

Hier waltet das Grundgebirge vor. Gneiss, in Verbindung mit Gneissgranit,
nimmt den grösseren Theil der Bodenfläche ein. Das daraus bestehende Land aber
zeigt in Beziehung auf die Oberflächenformen zwei ganz verschiedene Typen;
nämlich einerseits ein flachvelliges Terrain von ganz zersetztem Gestein, aus dem
einzelne feste Kerne aufragen, andererseits schroffe Gebirge, an Wildheit der
Formen nur von den jäh aufsteigenden Felscolossen des Korea-Granits übertroffen
werden. Das Streichen des Gneiss, dessen Normalrichtung ungefähr N 30° W
— S 30° O ist, kommt in demjenigen der Gebirge zum Theil, aber doch nur
untergeordnet zur Geltung, und ist z. B. deutlich erkennbar in dem schroffen
Abfall, an welchem der Weg von Lai-tshôu-fu nach Ping-tu-tshôu hinführt. Grössere
Herrschaft in den Gneissgebirgen der Halbinsel hat die Sinische Streichrich-
tung WSW—ONO, wie wir es auch in Liauting fanden. An diesem Grundgerüst
betheiligt sich die ältere, kalkfreie Glimmerschieferformation in der Weise, dass sie
das Schichtenstreichen des Gneiss theilt, und die äussere Sculptur durch dessen
Richtung wenig beeinflusst wird, während die jüngere, aus Glimmerschiefer und
krystallinischem Kalk bestehende Formation Faltungszonen bildet, die von SW
nach NO, also entsprechend dem vorherrschenden Gebirgsstreichen, gerichtet sind.

Auf diesem in sich abgeschlossenen Urgebirgsland lagern, wahrscheinlich nur in
geringer Verbreitung, solche Formationen, welche an den Zusammenfaltungen dersel-
ben nicht theilgenommen haben. Ich selbst lernte nur die Thatsache ihres Vorhan-
enseins in den untersinischen Riffquarzen und Sandsteinen bei Tung-tshôu-fu (S. 218)
kennen¹). Ob das östliche Shantung in einer früheren Periode, als Liauting, dauernd
aus dem Meer gehoben wurde, oder ob es gleich diesem eine zweite Submersion in