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0265 China : vol.2
China : vol.2 / Page 265 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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der Steinkohlenperiode erlitt und von Ablagerungen derselben sowie eines unmittel-
bar nachfolgenden Zeitalters bedeckt wurde, ist noch festzustellen. Das gänzliche
Fehlen der Steinkohle scheint das Erstere wahrscheinlich zu machen; denn trotz
starker Erosion hätten sich doch die Sedimente, wie in Liautung, im Schutz
hoher Gebirge hier und da erhalten können. Jedenfalls hat eine noch spätere
allgemeine Meeresbedeckung nicht mehr stattgefunden. Selbst von submarinen
vulcanischen Tuffen ist nichts wahrzunehmen; die Basalte bei Teng-tshon-fu und
Hwong-hsien haben sich auf dem Festland in Gestalt grosser Tafeln ausgebreitet.

Der erhabenste Theil der Halbinsel ist das Lai-Gebirge. Seine schroffen
Kämme senden Ausläufer nach Nordwesten hinab in das Niederland, welches eine
quer gegen die Küste gerichtete Anordnung sehr flach gerundeter Wellenberge und
ebenso flach concaver Wellenthäler besitzt und aus tief zersetztem Gneiss besteht.
Die massigste Entwickelung scheint das Gebirge an seinem südwestlichen Ende,
in der Mount Elias Range der Seekarten, dem Hwang-shan der Chinesen, zu
erreichen, wo zwei Gipfel zu 2430 und 2190 engl. Fuss bestimmt worden sind.
Von dort stürzt es auch nach Westen steil ab in ein Wellenland von ähnlicher
Beschaffenheit wie die Küstenzone. Auch der Südabfall gegen Ping-tu-tshon, und
entlang einer von dort nordostwärts gerichteten Linie, soll schroff sein. Das Land
am Fuss wird als wellig beschrieben. Anders endigt das Gebirge im Osten. Dort
steigt, ungefähr der Streichrichtung des Gneiss (NNW—SSO) folgend, die mäch-
tige Ai-shan-Kette auf. Sie scheint ihre grösste Höhe in dem Gipfel Yu-hwong-
ting zu erreichen, um dann gegen Süden in ein terrassenförmiges Hügelland von
Schiefer und Sandstein anzufallen, welches bei der Ebene von Lai-yang sein Ende
erreicht¹. Da meine Reise nur im niederen Land führte, so sind meine Beobach-
tungen unvollkommen. Das Auffälligste in dem Gebirge ist die Disharmonie und
scheinbar wirre Unordnung der Streichrichtungen. Als ich anfing, dieselben in
dem Wellenland zwischen Wei-ho und Sha-ho für die Lagerung des Gneiss aufzu-
zeichnen, hatte ich bald alle Richtungen des Compasses notirt. Aber es zeigte
sich, dass NNW—SSO eine vorherrschende Durchschnittsrichtung sei, und dies
bestätigte sich weiterhin. Wenn man hiermit die Gneissgebirge des westlichen
Shantung vergleicht, und in Betracht zieht, dass dort dieselbe Richtung in voll-
kommener Reinheit überall herrscht, wo man den Gneiss sieht, so wird es wahr-
scheinlich, dass wir es im Lai-Gebirge mit einer Interferenz zu thun haben. Und