National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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in der That wird die Annahme einer solchen dadurch bestärkt, dass in der äusseren
Plastik der Ketten des Gneiss eine zweite Richtung, nämlich die von WSW nach
ONO, scharf hervortritt. Es scheint daher in diesem Sinn eine zweite Zusammenfal-
tung stattgefunden zu haben. Die Vermuthung wird zur Gewissheit, wenn wir die
Art betrachten, wie die nächstfolgenden Schichten, nämlich die kalkführenden
metamorphischen Gebilde des King-sun-shan, auftreten. Bei Lai-tshou-fu ist der
ganze Zug derselben von SW nach NO gerichtet, und ebenso streichen die Schichten
der krystallinischen Kalksteine, welche ihr charakteristisches Glied sind. Oestlich
von Tong-tshou-fu aber fanden wir eine grosse synkline Falte des sehr mächtigen
Schichtensystems, in welcher dasselbe Streichen klar ausgesprochen ist.
Ich vermuthe, dass in dieser doppelten Zusammenfaltung, nämlich einmal nach
der normalen Streichrichtung von NNW nach SSO, welche dem Gneiss und Glim-
merschiefer ursprünglich eigenthümlich ist, und dann nach der Sinischen Streich-
richtung von WSW nach ONO, welche jene ältesten Gebilde noch einmal in Falten
geworfen und zugleich die im Alter folgende Formationsreihe ergriffen hat, der
Schlüssel zum Verständniss des verwickelten Baues des Grundgebirges im östlichen
Shantung liegt; und vermuthlich wird sich dasselbe Gesetz für Liautung anwenden
lassen. Es ist dadurch erklärlich, dass ein gewaltiger Zug, wie der des Hwung-
shan, dem Hauptstreichen des Gneiss folgen kann, während unmittelbar daneben
Ketten vorkommen, welche der Richtung des Sinischen Systems entsprechen. Die
Form des Zuges des granitischen Ai-shan weist durch den Parallelismus mit dem
Urstreichen des Gneiss auf ihren inneren genetischen Zusammenhang mit dem-
selben hin.
Eine zweite Haupt-Gebirgskette des östlichen Shantung ist der Kun-lun-shan,
im Süden von Ning-hai-tshou. Die zackigen Formen, wie ich sie vom Bord des
Dampfschiffes aus sah, sind zwar der einzige Anhalt, den ich für ihre Zusammen-
setzung aus krystallinischen Schiefern beizubringen vermag; doch lassen sich die-
selben mit ziemlicher Bestimmtheit deuten. Es scheint eine viel regelmässigere
Kette der Sinischen Richtung zu sein, als das Lai-Gebirge. Den gleichen Bau
können wir mit Sicherheit für den Lau-shan annehmen, welcher sich an der Süd-
küste, östlich von der Kiau-tshou-Bai, erhebt und die grösste bekannte Höhe im
östlichen Shantung, nämlich 3565 engl. Fuss, erreicht. Der kurze, schroff auf-
steigende Gebirgszug ist eine Fundstätte von Bergkrystall und Amethyst, und diese
Mineralien werden um so mehr geschätzt, als der Lau-shan für ein Heiligthum des
Buddhismus gilt und mit Tempeln besetzt ist.
Wahrscheinlich sind noch viele andere unter den hervorragenderen Ketten, wie
z. B. der Kiau-wu-shan, der schroff über Hai-yang-hsien an der Südkuste ansteigt,
und der Ti-tsha-shan, welcher die südöstliche Halbinsel des östlichen Vorsprungs
ausfüllt, aus krystallinischen Gesteinen zusammengesetzt. Welchen Antheil daran
die späteren Glieder der älteren Formationsreihe nehmen, lässt sich nicht ermessen.
Dass sie vorkommen, wird durch einige Umstände, z. B. den Anblick des nord-
östlichen Caps, angedeutet. Wenn man von Süden her die letzten Vorsprünge der
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