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0270 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 270 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Conglomeraten und Sandsteinen der untersinischen Schichten sind die durch die
Meeresströmungen gesaigerten Zerstörungsproducte der aufgelockerten Gneiss- und
Granit-Massen zusammengehäuft. So weich und zerstörbar die Grundlage war, auf
der sie ruhten, haben sie doch derselben als schützende Decke gedient, und da
weiterhin keine Faltungen des Gebirges geschahen, so ist der vorcambrische Meeres-
grund noch heute nahezu in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Dort wo er
freigelegt wurde, ist er in weit späterer Zeit, die beinahe der recenten Periode
angehört, noch einmal der Wirkung der Brandung ausgesetzt gewesen, als das
Land ein wenig weiter als gegenwärtig in das Meer versenkt war, und die Gebirgs-
welt von Shantung zwei Inseln bildete. In diese Zeit, auf die wir erst später
werden näher eingehen können, mögen noch manche Reste aufgelagerter Sedimente
fortgeführt, und die Unterlage noch einmal ausgeebnet worden sein.

Tektonik des Westlichen Shantung.

Verschieden von dem dargestellten Bild ist die Tektonik der Westhälfte des
Gebirgslandes von Shantung. Auch hier haben wir eine gebirgige Grundlage von
Gneiss nebst anderen sehr alten Formationen, über welcher die Sinischen Sedimente
sich in langer, ungestörter Folge mit fast söhliger Lagerung aufbauen; sie sind
besser erhalten als im Osten, und die Ablagerungen reichen in weit jüngere Perio-
den hinein als dort. Aber schon der erste Blick zeigt, dass die Abweichungen
erheblicher sind als die Aehnlichkeiten; denn es fehlt das Sinische Faltungssystem,
und wir finden nichts von dem aus zersetztem Gneiss bestehenden Wellenland.
Fassen wir das Gebirgsland im Ganzen in's Auge, so erscheint es regellos durch-
einander geworfen. Kein erkennbares Gesetz beherrscht die Anordnung der Ketten;
von einem Parallelismus ist keine Spur wahrzunehmen, und das durch seine Höhe
am meisten ausgezeichnete Tai-shan-Gebirge scheint seine Stelle wie zufällig ein-
zunehmen; selbst die benachbarten Höhenzüge sind ihm in keiner Weise als Glieder
zugeordnet.

Beginnen wir die Uebersicht mit diesem Gebirge. Der Tai-shan ist ein 48
g. M. langes Gneissgebirge, welches W 10° S — O 10° N streicht. Der zu 5000 Fuss
aufsteigende Hauptgipfel liegt im Südwesten, abseits von dem wasserscheidenden
Kamm. In einer völlig geraden Linie, welche genau die genannte Compassrichtung
hat, beginnt am Nordabhang die Auflagerung von Gesteinen des höheren Theils
der Sinischen Formationsreihe. Sie bilden eine gleichmässige Platte von 15 bis 22
g. M. Breite, die sich erst unter 2 bis 3°, dann unter 8° nördlich senkt. Gegen
die Ebene bricht dieselbe in einer sehr winkeligen Linie ab, welche lappenartige
Vorsprünge und weite Einbuchtungen umzieht. Die Gewässer haben sich tiefe
Rinnsale gegraben, an deren massig steilen Wänden der Wechsel härterer und
weicherer Schichtgesteine ein treppenförmiges Ansteigen bedingt¹. Das gesammte,
mesa-artige Kalkgebirge führt den Namen Li-shan.