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0293 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 293 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

kraft kommt in anderer Weise zur Verwendung als dort. Der Lastträger der
südlichen Provinzen ist in Shantung, sowie überhaupt im Norden, für den Verkehr
auf grossen Strecken verhältnissmässig wenig vertreten; seine Stelle nimmt grössten-
theils der Karrenschieber ein. Ich werde an einer anderen Stelle ausführlicher auf
eine vergleichende Betrachtung der Leistungsfähigkeit und Kosten der in den ein-
zelnen Provinzen gebräuchlichen Verkehrsmittel einzugehen haben. An dieser Stelle
mögen einige flüchtige Angaben genügen.

Unter den Nutzthieren von China kann sich keines mit dem Maulthier messen,
welches, in den nordwestlichen Provinzen, insbesondere in Shensi und den mongo-
lischen Grenzgebieten, gezüchtet, durch das ganze nördliche China in unendlich
grosser Zahl verbreitet ist und auf einzelnen grossen Verkehrsstrassen, wie derje-
nigen von Hsi-ngan-fu nach Tshöng-tu-fu in Sz'-tshwan, in die südlichen Provinzen
gelangt, ohne jedoch dort im Localverkehr noch benutzt zu werden. In erster
Stelle verwendet man es zum Lasttragen. Gewöhnlich wird contractlich ein Gewicht
von 200 kin für jedes Maulthier eines grösseren Zuges gestattet. Der tägliche
Marsch auf weiten Wegen beträgt 90 bis 100 li; und auch wenn derselbe 60 Tage
erfordert, wie der 6000 li lange Weg von Peking nach Tshöng-tu-fu, wird kaum
ein Rasttag gemacht. Das Maulthier wird ebenso, im Vorzug vor allen anderen
Thieren, zum Ziehen des chinesischen zweirädrigen Karrens verwendet. Auf den
Hauptstrassen hat man grosse Wagen, welche 2000 kin laden. Zu ihrer Befor-
derung sind 5 Maulthiere erforderlich. Doch legen dieselben im Mittel nur 45 bis
50 li am Tag zurück. Pferde kommen viel im kleinen, aber nur wenig im grossen
Verkehr zur Verwendung, und ausschliesslich für ersteren dienen Kühe, mit denen
Frauen ihre Besuchsfahrten zu machen pflegen. Für den Esel bildet Shantung
das südöstliche Grenzgebiet der Verwendung; sein Gebrauch ist verschwindend im
Vergleich mit Shansi und Tshili. Das in den nordwestlichen Provinzen so häufige
Kameel gelangt nur ausnahmsweise bis Shantung.

Der Preis der Landfracht stellt sich im ganzen nördlichen China auf den Haupt-
strassen und für grosse Entfernungen im allgemeinen Durchschnitt auf 3⅓ bis
3⅔ tsiên per Pikul (100 kin) für jede li. Im kleineren Verkehr erreicht er 5, und
häufig 6 tsiên. Schwankungen entstehen durch die Futterpreise und das örtliche
Verhältniss von Nachfrage und Angebot.

Drei Hauptstrassen durchziehen das Innere von Shantung. Die erste und bedeu-
tendste ist der Grosse Canal, welcher die billige Verbindung mit Tshönn-kiang-fu
am Yang-tsze einerseits, und mit dem Norden andererseits, gestattet. Jene ist bei
weitem die wichtigste. Denn Shantung gehört mit seinen wesentlichen Producten dem
Norden an und braucht daher einen Austausch mit dem Süden. Ausserdem können
die überseeischen Importe von Shanghai aus auf dem Wasserweg billig nach den an
den Grossen Canal grenzenden Gebieten gebracht werden. Die räumliche Ausdehnung,
in welcher diese sich des genannten Weges für ihre Importe und Exporte bedienen,
hangt zu jeder Zeit und für jeden einzelnen Ort von dem Verhältniss der Transport-
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