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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0299 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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in geringer Entfernung bedeutend vertheuerte. Die Concurrenz von Tshifu war
daher sehr wirksam; die Importe von hier gingen bald weit über Tsi-nan-fu
hinaus gegen Westen. Aber allmälig änderten sich die Verhältnisse; besonders
von 1868 an trat Tshonn-kiang mehr und mehr in die Rechte, welche ihm seine
Verbindung mit einem weit verzweigten System von Wasserstrassen gibt, und seit-
dem ist der Handel von Tshifu in steter Abnahme begriffen. Der ärmere Osten
bleibt ihm nach wie vor erhalten; der reichere Westen ist es, der mehr und mehr
abfällt. Der Barometer für den Absatz dorthin ist die Kundschaft der Händler
von Wei-hsien, das wir als den wichtigsten Handelsort in dem mittleren Theil der
Provinz kennen lernten. Hier wohnen die grossen Kaufleute, welche die Importe
früher von Kiau-tshóu bezogen, jetzt aber von Tshifu erhalten, um sie auf den
Verkehrswegen nach Nordwest, West und Südwest zu verbreiten. Die Entfernung
von Tshifu nach Wei-hsien ist aber sehr erheblich, und die Strasse ist schlecht
bis Lai-tshóu-fu. Das theure Transportmittel der Packthiere wird daher zum Theil
für die ganze Strecke angewendet. Viele Waaren gehen zwar schon von Hwang-
hsien aus auf Wagen, aber wegen der schlechten Strasse wird dadurch wenig
gewonnen. Die Güter kommen in Folge dessen in Wei-hsien so theuer an, dass ihre
Concurrenzfähigkeit mit den auf dem Grossen Canal transportirten schon in geringer
Entfernung westlich aufhört. Würde Kiau-tshóu wieder zum Importplatz erhoben,
so würde sich diese Grenze für den über Wei-hsien gehenden Handel viel weiter
nach Westen verschieben, und es würde ausserdem der directe Handel mit I-tshóu-
fu hinzukommen, einem Gebiet, welches ausserhalb des Bereiches von Tshifu liegt.
Wenn schon unter den gegenwärtigen Verhältnissen centrale Lage und günstiges
Terrain für Verkehrsstrassen ganz und gar auf der Seite von Kiau-tshóu sind, so
treten die Nachtheile von Tshifu in ein schärferes Licht, wenn wir die Chancen
der zukünftigen Entwickelung in Betracht ziehen. Ein maritimer Ansatzpunkt für
ein Eisenbahnnetz in Nord-China wird sich im Lauf der Zeit als dringende Noth-
wendigkeit herausstellen. Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, dass Tshonn-
kiang-fu, wegen seiner Lage an der Grenze der Strömungen von Ebbe und Fluth
im Yang-tsze, einst einen solchen bilden wird. Aber daneben wird ein anderer
gesucht werden, welcher möglichst nahe an guten Steinkohlengebieten liegt und
zugleich bequeme Verbindung mit den nördlichen Theilen der Grossen Ebene
gestattet. Diesen Bedingungen entspricht allein Kiau-tshóu. Es ist zwar vielfach
von einer künftigen Eisenbahn gesprochen worden, welche Tshifu mit Tsi-nan-fu
verbinden solle. Allein das Terrain ist in der ersten Strecke dieser Linie ausser-
ordentlich ungünstig; die Bahn müsste über jenes System von Wellenbergen und
Wellenthalern, deren Höhendifferenzen in steter Wiederholung mehrere hundert
Fuss betragen, quer hinweggeführt werden. Von Kiau-tshóu hingegen ist der Boden so
günstig gestaltet, dass die Differenz der Kosten eines Schienenweges von diesem
Ort nach Wei-hsien und eines andern von Tshifu nach demselben Platz allein hin-
reichen würde, um die Linie bis jenseits Tsi-nan-fu zu verlängern und die ganze
Reihe der wichtigen Kohlenfelder an der Nordgrenze des Gebirgslandes in Verbin-
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