National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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er von der Grossartigkeit von Cambaluc Khanbalik oder «die Stadt des Khan» der
Perser) und der Herrlichkeit des Palastes. »Die Strassen sind so gerade und so
breit, dass man von einem Ende bis zum anderen, und von einem Thor zum ent-
gegengesetzten sehen kann. Und allenthalben in der Stadt gibt es herrliche Paläste
und viele grosse und schöne Gasthäuser und schöne Hauser in grosser Zahl. . . . .
Die ganze Stadt ist in Quadrate getheilt wie ein Schachbrett, und so vollkommen
und meisterhaft ausgelegt, dass es unmöglich ist, ihr durch eine Beschreibung
gerecht zu werden.« Märchenhaft mussten in Europa die Berichte über eine Stadt
klingen, gegen die dem grossen Reisenden das palastreiche Venedig in den Schatten
trat. Und doch lasst sich die Wahrhaftigkeit von Marco Polo's Erzählung noch
fast in jedem Wort beweisen¹). Gesandte und Reisende aus allen Theilen der
europäisch-asiatischen Welt fanden sich hier zusammen, und beinahe ein Jahrhun-
dert wohnten in Khanbalik katholische Missionare und Bischöfe, um dann (im Jahr
1346) das Land wieder zu verlassen²). Dem doppelten Charakter des Weltreiches,
welches ein ungeheures Culturland und noch ausgedehntere Steppenländer umfasste,
entsprechend erbaute sich Kublai eine zweite Residenz Shang-tu in der mongo-
lischen Steppe, wenige Tagereisen nördlich von Tai-tu. Auch sie hat Marco
Polo umständlich beschrieben, und in neuester Zeit ist ihre ehemalige Lage wieder
mit Sicherheit festgestellt worden³).
Die Dynastie der Yuén wurde (1368) vertrieben; diejenige der Ming (1368—
1644) folgte ihr. Sie residirte Anfangs in Nan-king (damals Ying-tiên genannt).
Aber schon im Jahr 1409 fanden es die Kaiser zweckmässig, die Hauptstadt wieder
nach Peking zu verlegen, das nun diesen Namen im Gegensatz zu der vorgenann-
ten Stadt erhielt. Als dann die Mantschu zur Herrschaft gelangten, erachteten sie
es, trotz der Schwierigkeit, mit sie den Süden des Reichs eroberten, als die
wichtigste Politik, die excentrische Lage des Sitzes der höchsten Gewalt beizube-
halten. Der Anfang dieses Zeitalters wird durch die Macht gekennzeichnet, welche
die katholischen Missionen in Peking hatten⁴); wenige Schritte führen uns von
unserm Standpunkt nach den kostbaren Reliquien, welche die Jesuiten in den
astronomischen Instrumenten ihrer Sternwarte auf der Stadtmauer selbst hinter-
lassen haben, während ein Tempelhof in der inneren Stadt die kunstreichen älteren
Instrumente arabischer Astronomen aus dem 13ten Jahrhundert umschliesst⁵).
Etwas weiter hinweg, in der nordöstlichen Ecke der Stadtmauer, kommen wir zu
den Wohnungen, welche die russische Mission seit ihrer Gründung im Jahr 1727⁶)
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