国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0308 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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zuziehen, um die künstlich geschaffene Residenz und ihre ungeheure Bevölkerung
zu nähren und mit den Gegenständen eines verfeinerten Luxus zu versorgen. War
dort, wo das heutige Tien-tsin steht, schon früher eine Handelsstadt erwachsen,
indem der Ort von den Schiffahrern von Fokien und Tshekiang erreicht wurde,
so wuchs derselbe nun wegen seiner Lage an dem Vereinigungspunkt des Canals
mit dem Pai-hô zu einem grossen Stapelplatz heran. In neuester Zeit ist dieses
Moment der Bedeutung des Ortes geschwunden, seitdem der Wechsel im Lauf des
Gelben Flusses die Benutzung des Canals beeinträchtigt hat; aber um so mehr
ist das frühere, nämlich dasjenige der Seeschiffahrt, wieder zur Geltung gekom-
men. Erst nahm der Dschunkenverkehr einen mächtigen Aufschwung, und seit
dem Jahr 1860 ist Tien-tsin ein leicht erreichbarer, vielbesuchter Hafenplatz für
Dampfschiffe und andere europäische Fahrzeuge geworden, welche einen reichen
Ersatz für die auf einen geringen Betrag reducirte durchgehende Canalschiffahrt
gewähren.
Diente der Grosse Canal dazu, um dem Haupt des gigantischen Organismus
aus dessen productivsten Organen das Lebensblut zuzuführen, so sorgte Kublai auch
dafür, jene Verbindungen innerhalb desselben herzustellen, welche der Nerventhä-
tigkeit entsprechen, und welche die von Peking geleiteten Functionen in geordneter
Thätigkeit erhalten, oder die dort entworfenen Herrscherpläne zur raschen Aus-
führung bringen sollten. Er legte ein Radialsystem von Strassen an, welche, von
dem Sitz seiner Regierung ausgehend, vermittelst eines wohlorganisirten Systemes
von Stationen mit Relais, gestatteten, die Verwaltung zu leiten, einen schnellen
Courierdienst zu versehen und militärische Anordnungen ohne Verzug in's Werk zu
setzen. Die Strassen waren einerseits nach gewissen Punkten an der Peripherie
der Grossen Ebene, insbesondere den wichtigsten dort gelegenen Schiffahrtsplätzen
gerichtet; andererseits durchzogen sie die nordwestlichen Provinzen bis nach Central-
Asien hin, und einzelne führten direct in die Mongolei, insbesondere nach dem
immer noch wichtigen Karakorum. Obgleich in ihrer Bedeutung, und noch mehr
in ihrer kunstvollen Anlage, zurückgegangen, haben doch die meisten von ihnen bis
heute ihren anfänglichen Zwecken entsprochen. Die Weltstellung von Peking ist
durch sie zu ihrer vollen Bedeutung gekommen.
Die Ebene von Peking.
Wir können als die Ebene von Peking im engeren Sinn den sanft von Nord
nach Süd geneigten Boden der gebirgsumschlossenen verzweigten Bucht bezeichnen,
gegen deren unteres Ende hin die Hauptstadt liegt. Im weiteren Sinn muss ihr die
noch sanftere Abdachung zugerechnet werden, auf der die Ströme, und zwar in erster
Linie der Pai-hô, der Hun-hô und der Pai-kou-hô, in südlich gerichteten Canälen hinab-
fließen, theils nach Tien-tsin, theils nach einer von dort gegen West sich erstrecken-
den, durch den Lauf des Tshung-ting-hô bezeichneten Kette von Sümpfen. Diese
liegen nur wenig über dem Niveau des Meeres. Denn die Höhe von Tien-tsin beträgt
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