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0323 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 323 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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von Tien-tsin aus als Sachverständige nach Kai-ping geschickt wurden, haben ungünstig darüber berichtet, weil sie nur die Staubkohle der Gruben von Ma-kia-köu zu sehen bekamen. Um ein Urtheil zu gewinnen, muss man aber den ganzen District in's Auge fassen und die Entwickelung der Formation in Betracht ziehen. Es ergibt sich daraus, dass Alles, was von guten Flözen vorhanden war, längst bis zu dem für die Chinesen erreichbaren Niveau abgebaut worden ist, und die jetzige Generation nur auf den ärmlichen Ueberresten noch arbeitet. Betrachtet man die Ausdehnung des Kohlenfeldes, die Zahl und Mächtigkeit der Flöze, den anscheinenden Mangel an Verwerfungen, die vorzügliche Lage in der Nähe eines wichtigen Seehafens, und überdies das Vorkommen von Eisenerzlagerstätten, welche wahrscheinlich abbauswürdig sind, so muss man dem Kohlenfeld von Kai-ping ein günstiges Prognostikon stellen. Gegenwärtig haben die Aufschlüsse im Streichen eine Ausdehnung von 13 g. M.; doch könnte man die Flöze mit grosser Wahrscheinlichkeit für weitere 5 M. allein in östlicher Richtung verfolgen. Was jedoch die Breite der Lagerstätte betrifft, so lässt es sich wegen der steilen Schichtenstellung nicht erwarten, dass über die schmale Zone des bisherigen Bergbaues hinaus das Vorhandensein von Kohle nachgewiesen werden wird. Auch wird die Förderung in grösseren Teufen kostspielig sein. Aber in dem reich bevölkerten Land von Tien-tsin wird, abgesehen von der Dampfschiffahrt und den voraussichtlich einzuführenden Dampfmaschinen, der Bedarf gross genug sein, um die Anlage von Werken für Tiefbau zu rechtfertigen. Eine Concurrenz in bituminöser Kohle ist nicht zu erwarten, wenn auch, wie gezeigt werden soll, die Ebene mit billigem Anthracit überschwemmt werden kann. Jedenfalls sollte die Provinzialregierung bald daran gehen, die Beschaffenheit des Kohlenfeldes von Kai-ping durch Bohrversuche in allen Theilen festzustellen ¹).

Von Kai-ping bis Peking (den 16ten bis 19ten Juli 1869).

Entfernungen in li:
Kai-ping — Fong-jun-hsïen 45 — Tschöu-pu 25 — Yu-tien-hsïen 55 — Pü-shan-tün
60 — Pui-tün 50 — San-hö-hsïen 30 — Hsio-tün 25 — Tung-tschöu 40 — Peking 40 li.
— Zusammen 370 li oder 104 g. M.

Von Kai-ping führt der Weg an den Kohlengruben von Ma-kia-köu und dem letzten Kalksteinvorsprung vorbei, übersetzt dann den Ling-hö und erreicht bei Fong-jun-hsïen wieder die grosse Strasse. Hier befindet man sich zwar in flachem Land, aber von West über Nord nach Südost ist Hügelland, das in langen Verzweigungen und Zungen in die Ebene eingreift. Bis auf einen Abstand von 12 g. M. liess sich der Charakter von Schichtgebirgen deutlich erkennen. Im Norden scheint jenseits dieser Entfernung krystallinisches Gebirge zu folgen.
Von jetzt an beginnt ein eigenthümlicher, für die Umgebungen von Peking charakteristischer Gebirgsbau. Von Fong-jun-hsïen bis westlich von Pui-tün, für eine Strecke von ungefähr 200 li, berührt die Strasse hier und da die südlichen Ausläufer des Niau-ting-shan-Gebirges, welches nicht nur an diesen Punkten, sondern auch an den Gehängen erkennbar sind, einen deutlichen Schichtenbau zeigt. Die Lagerung ist regelmässig und hat die Gestalt von Wellen, welche erst, bis Yu-tien-hsïen, von NNW nach SSO, dann von NO nach SW streichen und nach beiden Seiten unter Winkeln von 10 bis 15, selten bis 20 Grad, abfallen. In der ersten Hälfte sind die WSW-Gehänge länger als die entgegengesetzten, daher man nach und nach in jüngere Schichten hinaufkommt; in der zweiten sind die SO-Gehänge länger, so dass man wieder von Welle zu Welle tiefere Theile der Formationsreihe erhält. So geht es fort bis zum Ku-hö. Das westlich von ihm folgende Gebirge des Pan-shan werden wir gesondert betrachten. Die Höhen